Die Stiftung Klima- und Umweltschutz MV hat mit Christoph Morgen einen neuen Vorstandsvorsitzenden. Detlef Kurreck übernimmt den stellvertretenden Vorsitz. Ursprünglich sollte das neue Führungsduo laut Medienberichten erst Anfang Januar die Leitung übernehmen. Die Vorstandsmitglieder Katja Enderlein und Werner Kuhn sind jedoch bereits vor dem offiziellen Ende ihrer Amtszeit zurückgetreten – aus persönlichen Gründen, so Kuhn gegenüber dem NDR.
Streit um Auflösung der Stiftung
Der Vorstandsvorsitzende Erwin Sellering, Amtsvorgänger von Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig, hatte sein Amt bereits im Mai abgegeben. Vorausgegangen war ein langer Streit um die Auflösung der Stiftung. Nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine im Februar 2022 wollte die Landesregierung die Organisation, die vor allem zur Fertigstellung der Gaspipeline Nord Stream 2 gegründet worden war, beenden, der Stiftungsvorstand wehrte sich dagegen. Ein Untersuchungsausschuss des Schweriner Landtags prüft derzeit die Vorgänge um die Stiftung und deren früheren wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb.
Christoph Morgen, Jurist und Betriebswirt, arbeitet seit 2008 als Rechtsanwalt und Steuerberater bei der Kanzlei Brinkmann & Partner und wurde 2013 Partner. Zudem ist er als Insolvenzverwalter tätig und managte unter anderem die Insolvenz der MV-Werften. Detlef Kurreck war von 2016 bis 2024 Präsident des Bauernverbands Mecklenburg-Vorpommern und von 2023 bis 2024 Vizepräsident des Deutschen Bauernverbands. Darüber hinaus war er 24 Jahre lang Bürgermeister der Gemeinde Bastorf im Landkreis Rostock.
Morgen betonte gegenüber dem NDR, dass es nicht Aufgabe des Vorstands sei, die Vorgänge rund um die Stiftung aufzuarbeiten und zu bewerten. Diese Verantwortung liege beim Untersuchungsausschuss. Bei seiner Vorstellung im Innenministerium warb er für einen Neustart. Er bekräftigte die Sichtweise des bisherigen Vorstands, dass die Stiftung nicht aufgelöst werden könne, da sie über finanzielle Mittel verfüge, die für Umwelt- und Klimaschutzprojekte eingesetzt werden könnten. Zur Frage der Stiftungsauflösung liegen mehrere zum Teil einander widersprechende Gutachten vor. „Ich persönlich finde, es gibt eigentlich nichts Besseres, als aus schlechtem Geld gutes Geld zu machen“, so Kurreck.
Land will sich künftig raushalten
Morgens Entscheidung, den Vorstandsposten ehrenamtlich zu übernehmen, habe entscheidend von der Zusage des Landes abgehangen, künftig auf jeglichen Einfluss auf die Stiftung zu verzichten und dem Vorstand eigenständige Entscheidungen zu ermöglichen. Innenminister Christian Pegel (SPD) erklärte laut NDR, dass das Land hierzu bereit sei. Damit wären die neuen Vorstände die letzten Gremienmitglieder, die noch von Ministerpräsidentin Schwesig bestellt werden. Die weitere Nachfolge obliegt demnach künftig dem Vorstand selbst.
