Bertelsmann-Stiftung: Daniela Schwarzer verlässt Vorstand

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Prof. Daniela Schwarzer verlässt zum 30. Juni 2026 den Vorstand der Bertelsmann-Stiftung. Laut Mitteilung der Stiftung geschieht dies im gegenseitigen Einvernehmen. Sie übernimmt anschließend die Präsidentschaft der privaten Hertie School in Berlin. Der Vorstand der Stiftung besteht damit künftig aus der Vorsitzenden Brigitte Mohn und Wilfried Uhr.

Zweiter Wechsel innerhalb eines Jahres

Schwarzer war im Mai 2023 in den Stiftungs­vorstand berufen worden. Sie verantwortete die Programme „Europas Zukunft“ und „Demokratie und Zusammenhalt“ und leitete seit August 2025 kommissarisch das Programm „Nachhaltige Soziale Marktwirtschaft“. Es ist der zweite Wechsel innerhalb eines Jahres. Im Juli 2025 war Hannes Ametsreiter nach sieben Monaten als Vorstandsvorsitzender ausgeschieden, laut Pressemitteilung auf eigenen Wunsch. Seitdem leitet Bertelsmann-Gesellschafterin Brigitte Mohn das Gremium, dem auch Wilfried Uhr angehört.

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Zum Tag der Pressefreiheit am 4. Mai ist „stiftungen.social“ auf einer gemeinsamen Mastodon-Instanz gestartet. Das Projekt soll die Kommunikation bekannter Stiftungen um ein offenes soziales Netzwerk ergänzen und damit unabhängiger von großen kommerziellen Plattformen machen.

Vor ihrer Zeit bei der Stiftung war Daniela Schwarzer unter anderem Direktorin für Europa und Zentralasien bei den Open Society Foundations, Geschäftsführerin der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik und Vorstandsmitglied beim German Marshall Fund. Zudem übernahm die Politikwissenschaftlerin verschiedene Lehraufträge, war Fellow an der Harvard University und Research Professor an der Johns Hopkins University. 2021 wurde sie zur Honorarprofessorin an der Freien Universität Berlin ernannt.

„Daniela Schwarzer hat wichtige Impulse für die Arbeit der Bertelsmann-Stiftung gesetzt und sich überzeugend für die Stärkung der Demokratie und der europäischen Idee eingesetzt“, wird Bodo Uebber, Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung, in der Pressemitteilung zitiert. „Wir danken ihr für ihr wichtiges Engagement und wünschen ihr auf ihrem weiteren Berufs- und Lebensweg alles Gute und weiterhin viel Erfolg.“

Stiftung mit Milliardenkapital

Die Bertelsmann-Stiftung wurde 1977 vom Bertelsmann-Eigentümer Reinhard Mohn gegründet und zählt heute zu den größten Stiftungen in Deutschland. 2024 verfügte sie über ein Eigenkapital von rund 1,4 Milliarden Euro. Sie besitzt rund 77 Prozent der Anteile des Bertelsmann-Konzerns, der 2025 einen Umsatz von rund 19 Milliarden Euro erzielte. In Ihrer Arbeit setzt sie Impulse für gesellschaftlichen Fortschritt und engagiert sich in den Bereichen Bildung, Gesundheit, soziale Gerechtigkeit und Digitalisierung. Insgesamt beschäftigt die Stiftung mehr als 330 Mitarbeitende in Gütersloh und Berlin sowie in verbundenen Organisationen in Washington und Barcelona.