Anleihen waren über Jahrzehnte das Rückgrat vieler deutscher Stiftungsportfolios. In Zeiten solider Kupons, der regelmäßigen Zinszahlungen der Schuldner, konnten Organisationen mit ihnen ihre Ausschüttungsziele erreichen, ohne größere Risiken eingehen zu müssen, so Stephan Kuhnke, CEO des Assetmanagers Bantleon. In der langen Niedrigzinsphase ab 2014 – mit Negativrenditen bei Bundesanleihen und nur knapp positiven Erträgen bei Unternehmensanleihen – verloren sie diese Rolle weitgehend. Auslaufende Anleihen einfach zu ersetzen, wurde angesichts niedriger oder fehlender Ausschüttungen unattraktiv. Mit der Zinswende seit 2022 wurden wieder positive Renditen möglich. Bei Staatsanleihen hoher Bonität im Euroraum liegen sie derzeit um etwa drei Prozent. In Kernländern wie Deutschland etwas darunter, in Ländern mit höherem Risikoaufschlag wie Italien etwas darüber. Bei Unternehmensanleihen guter Bonität liegen die Renditen je nach Rating typischerweise zwischen vier und knapp fünf Prozent. Bei Nachranganleihen entsprechend höher. Zugleich stieg zwar auch die Inflation, doch Anleihen konnten immerhin wieder verlässliche laufende Erträge liefern.
Neuer Zins, alte Stärke?
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