Michael Dienes wird zum 1. November 2026 neuer Vorstand der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung in Wiesbaden. Er folgt auf Christiane von Wahlert, die die Stiftung seit dem 1. Dezember 2019 führt und Ende 2026 in den Ruhestand geht.
Dienes ist diplomierter Kaufmann und lebt in Wiesbaden. Nach Stationen in mehreren Unternehmensberatungen arbeitete er mehr als 20 Jahre als Geschäftsführer bei einem Produktionsunternehmen, das auf die die Nachbearbeitung von rohem Film-, Video- und Audiomaterial spezialisiert ist. Die Stiftung verweist darauf, dass ihm die Arbeit der Einrichtung durch eine langjährige enge Zusammenarbeit bereits vertraut sei. Dienes sagte laut Pressemitteilung: „Es ist mir eine Ehre und Freude zugleich, dieses Amt von Christiane von Wahlert zu übernehmen und fortzuführen.“
Leidenschaft für den Film
Der Vorsitzende des Kuratoriums, Helmut Poßmann, zeigte sich erfreut über die Personalie. Mit Michael Dienes habe die Stiftung einen überzeugenden Nachfolger für das Vorstandsamt gefunden. „Wir sind sicher, dass er mit seiner Erfahrung, seiner Persönlichkeit und seiner Leidenschaft für den Film die so wichtigen Aufgaben der Stiftung sehr gut weiterführen und zugleich neue Akzente setzen wird.“
Die Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung hat ihren Sitz im Deutschen Filmhaus in Wiesbaden. Sie bewahrt, restauriert und erschließt zentrale Bestände des deutschen Filmerbes. Auf der Stiftungswebsite nennt sie unter anderem Titel wie Das Cabinet des Dr. Caligari, Metropolis oder Der blaue Engel. Zudem betreibt sie das Murnau-Filmtheater und informiert regelmäßig über Restaurierungs- und Archivprojekte. Namensgeber der Stiftung ist der Regisseur Friedrich Wilhelm Murnau (1888–1931), einer der bedeutendsten deutschen Filmemacher der Stummfilmzeit und Schöpfer von Klassikern wie Nosferatu und Faust.
Das frühere „reichseigene Filmvermögen“
Die Stiftung entstand 1966 aus der Auseinandersetzung um das frühere „reichseigene Filmvermögen“ – also um Filmrechte und Filmbestände aus dem früheren Besitz des Deutschen Reichs beziehungsweise staatlich kontrollierter Filmgesellschaften der NS-Zeit. Nachdem 1965 ein Verkauf von Filmrechten in die USA im Raum stand, einigten sich die Bundesregierung, der Medienkonzern Bertelsmann und die Spitzenorganisation der Filmwirtschaft auf die Gründung einer Stiftung bürgerlichen Rechts, die diese Bestände übernehmen sollte.
Zur Höhe des Stiftungsvermögens und zur Zahl der Beschäftigten macht die Stiftung keine Angaben. Finanziert wird die Arbeit unter anderem über die Verwertung von Filmrechten, den Kinobetrieb, projektbezogene öffentliche Fördermittel sowie Unterstützung durch den Förderverein.
