25.04.2018 | Von Die Stiftung

Gefro-Geschäftsführer entscheidet sich für Familienstiftung

Thilo Frommlet, 48 Jahre alt, Alleininhaber und Geschäftsführer der Gefro KG, regelt jetzt schon seine Nachfolge. Die Firma will er in eine Familienstiftung umwandeln. So soll der Reformversand aus Memmingen in Zukunft auch ohne die Unternehmerfamilie funktionieren.

Gefro
Hans Schönberger (links) und Thilo Frommlet leiten die Firma, die 1924 von Ignaz und Josef Frommlet als Gebr. Frommlet Kolonialwaren gegründet wurde. Foto: Gefro KG

Die Geschäfte der Gefro KG laufen gut und der Geschäftsführer ist dem Ruhestand noch fern: Trotzdem hat Firmenchef Thilo Frommlet jetzt schon Fakten geschaffen und will die bald 100 Jahre alte Firma in die Hände einer Familienstiftung legen. Dies teilte das Handelsblatt mit.

Die Suppen, Soßen und Würzen erzielen einen Jahresumsatz von 50 Millionen Euro, der Auslandsumsatz ist laut Handelsblatt „noch mehr als ausbaufähig“ und auch beim Thema Private-Label-Produkte könnte Frommlet noch aufholen. Es gebe also genug zu tun in den nächsten Jahren, so das Handelsblatt: „Und trotzdem hat sich Frommlet erst einmal um seine Nachfolge gekümmert. Nicht selten läuft es umgekehrt. Die Eigentümer vieler Firmen halten zu lange an ihren Chefposten fest.“

Entscheidung für Familienstiftung

Frommlet nennt persönliche Gründe für die Entscheidung zur Familienstiftung: Vor zwölf Jahren verunglückte sein Bruder tödlich. „Ich finde, dass Gefro, alle 220 Mitarbeiter und auch die Kunden und Partner es verdient haben, auch ohne unsere Familie zu funktionieren“, erklärte Frommlet gegenüber dem Handelsblatt. Doch er führt auch Zweifel an, denn seiner zehnjährigen Tochter wird die Firma nicht einfach in den Schoß fallen. Sie wird der Stiftung und dem Management beweisen müssen, dass sie in der Lage ist, das Unternehmen zu führen – so ist es in der Satzung der Familienstiftung festgeschrieben. „Meinem eigenen Vater hätte ich das sehr wahrscheinlich krummgenommen“, so Frommlet im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Aus steuerlicher Sicht sei das Vorgehen lukrativ, rechnet das Handelsblatt vor: Liege der Wert des Unternehmens bei mehr als 26 Millionen Euro, können sich mit einer Stiftungslösung erhebliche finanzielle Vorteile ergeben. Frommlet hingegen sagt, es gehe ihm nicht darum, er wolle einfach die Firma sichern, auch ohne Geschäftsführung aus der Familie.

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