12.07.2018 | Von Die Stiftung

Weitere Rücktritte bei Point-Alpha-Stiftung

Nach dem Rücktritt von Direktorin Ricarda Steinbach erlebt die Point-Alpha-Stiftung weitere Umwälzungen: Laut Frankfurter Rundschau hat die Hälfte der Mitglieder des Wissenschaftlichen Beirats ihren Rückzug erklärt. Sie werfen dem Stiftungsrat Provinzialisierung vor.

Point-Alpha-Stiftung
Blick vom amerikanischen Wachturm auf die DDR-Grenzanlagen. Foto: Marius.auth, Point Alpha Blick Wachturm, CC BY-SA 4.0

Anders als Ricarda Steinbach, die im Juni keinen Grund für ihren Rücktritt genannt hatte (DIE STIFTUNG berichtete), bedauern die fünf zurückgetretenen Mitglieder des Wissenschaftlichen Beirats der Point-Alpha-Stiftung laut einem Bericht der Frankfurter Rundschau (FR) in einem Schreiben, „dass sich die Zusammensetzung des Stiftungsrats seit anderthalb Jahren ‚politisch und geografisch deutlich verengt‘ habe“.

Weitere Rücktritte und Vorwurf der Provinzialisierung 

Hinter vorgehaltener Hand, so die FR, sei zu hören, dass der Stiftungsrat „fest in der Hand von CDU-Leuten“ sei – zehn der dreizehn Mitglieder des Rats hätten ein CDU-Parteibuch. Es ist von einer Provinzialisierung die Rede, einer „Konzentration des Gedenkens auf die Ereignisse in der Rhön“. Die Point-Alpha-Stiftung versteht sich allerdings als „länderübergreifende“ Stiftung, „gegründet mit dem Ziel, die Gedenkstätte Point Alpha als Erinnerungsort der deutschen Teilung sowie Ort der Dokumentation und Erforschung des Kalten Krieges in Europa zu profilieren“, so der Internetauftritt.

Diese Ausrichtung leidet offenbar nach Ansicht der zurückgetretenen – auch unter ihnen sind CDU-Mitglieder – unter der aktuellen Besetzung. Die Stiftung habe auf FR-Anfrage hingegen mitgeteilt, dass sie „von Anfang an geografisch auf Hessen und Thüringen beschränkt gewesen“ sei. Eine Sprecherin wird mit dem Hinweis zitiert, dass die im Stiftungsrat sitzenden Vertreter von Gemeinden und Landkreisen „nicht erst seit anderthalb Jahren“ derselben politischen Partei angehören würden. Man nehme den Rückzug des halben Wissenschaftlichen Beirats als „Chance“ wahr, einen „Generationswechsel“ einzuleiten.

https://pointalpha.com

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