Pfeiffersche Stiftungen: Krankenhäuser gehen an Uniklinik Magdeburg

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Die finanziell angeschlagenen Pfeifferschen Stiftungen in Magdeburg verkaufen ihre Krankenhäuser an das Universitätsklinikum der Stadt. Zu den betroffenen Einrichtungen des evangelischen Trägers zählen das Krankenhaus Magdeburg-Cracau, die Lungenklinik in Lostau sowie das Medizinische Versorgungszentrum in Cracau. Die Gläubiger der Stiftungen müssen im Rahmen des Insolvenzplans noch zustimmen. Laut dem Wissenschaftsministerium Sachsen-Anhalt soll die Übernahme zum 1. August 2025 erfolgen.

Wirtschaftliche Schieflage

Anfang April 2025 hat das Hauptverfahren für die Sanierung der diakonischen Komplexeinrichtung begonnen. Im Fokus der Sanierung stehe vor allem der Bürokratieabbau, teilten die Stiftungen zum damaligen Zeitpunkt mit. Steigende Sach- und Personalkosten sowie wachsende strukturelle Anforderungen hätten die medizinischen Einrichtungen in eine wirtschaftliche Schieflage versetzt. Nicht betroffen von den Maßnahmen seien die Förderstiftung, das Kinderzentrum Magdeburg und das Bildungszentrum für Gesundheitsberufe Magdeburg, schrieben die Stiftungen in einer Pressemitteilung vom 1. April. Auch die diakonische Arbeit der Integrationsgesellschaft bleibe unberührt.

„Unsere Aufgabe bleibt es, Menschen ganzheitlich zu begleiten – medizinisch, pflegerisch und seelsorglich.“

Theologische Vorständin Ulrike Petermann

Zuvor hatte es ein Bieterverfahren gegeben. Das Universitätsklinikum Magdeburg sei mit einem „inhaltlich wie wirtschaftlich überzeugenden Konzept“ als Sieger aus dem Verfahren hervorgegangen, gaben die Pfeifferschen Stiftungen nun bekannt. „Mit dem Universitätsklinikum gewinnen wir einen Partner, der die medizinische Versorgung stärkt und zugleich Raum lässt für das, was uns als diakonischer Träger ausmacht“, sagt Ulrike Petermann, theologische Vorständin der Pfeifferschen Stiftungen, laut Mitteilung vom 15. Mai. „Unsere Aufgabe bleibt es, Menschen ganzheitlich zu begleiten – medizinisch, pflegerisch und seelsorglich. Diese Perspektive werden wir auch im neuen Versorgungsrahmen aktiv einbringen.“ Der Entwicklungsvorstand der Einrichtung, Lars Timm, sagte gegenüber dem Mitteldeutschen Rundfunk, es handele sich zwar rechtlich um eine Übernahme der drei Krankenhäuser. Man habe sich aber darauf geeinigt, dass die Stiftungen weiterhin das Pflegeangebot stellten.

Wechsel im Stiftungsvorstand

Entwicklungsvorstand Lars Timm war erst im Januar 2025 zun den Pfeifferschen Stiftungen gestoßen. Er komplettierte den dreiköpfigen Vorstand, zu dem neben der theologischen Vorständin Ulrike Petermann auch der kaufmännische Vorstand Michael Saffé zählen. Schon im Januar hieß es, Timm solle die langfristige wirtschaftliche Stabilisierung der Einrichtungen begleiten. Das Zukunftskonzept für die Krankenhäuser fällt damit in seine Zuständigkeit. Vor seiner Zeit bei den Stiftungen war Timm Krankenhausmanager und Studiendekan an der Hochschule Fresenius. Seine Karriere begann er als Rettungssanitäter.

Die Pfeifferschen Stiftungen wurden 1889 von Superintendent Gustav Adolf Pfeiffer (1837–1902) gegründet. Die Einrichtung zählt 2000 Mitarbeiter und ist die größte diakonische Organisation in Sachsen-Anhalt. Sie bietet ein breites Spektrum an medizinischen, pflegerischen und sozialen Dienstleistungen. Die Pfeifferschen Stiftungen haben die Rechtsform einer milden Stiftung bürgerlichen Rechts. Sie sind Teil der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland sowie Mitglied im Diakonischen Werk Mitteldeutschland.

Tobias Müller ist Redakteur bei DIE STIFTUNG. Er hat Friedens- und Konfliktforschung sowie Journalismus in Frankfurt am Main und Darmstadt studiert. Als Werkstudent arbeitete er für die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Im Anschluss folgte eine Tätigkeit als Onlineredakteur beim Magazin Chrismon.