16 Stiftungen starten Mastodon-Server 

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Anlässlich des Internationalen Tags der Pressefreiheit am 4. Mai 2026 nehmen insgesamt 16 Stiftungen den Mastodon-Server „stiftungen.social – Eine demokratische Instanz“ in Betrieb. Mit dem gemeinsamen Auftritt wollen sie eine offene Informationsinfrastruktur in der digitalen Kommunikation stärken, die frei von Algorithmen ist und auf europäischer Open-Source-Technologie basiert. Die Stiftungen verfolgen dabei eine „Plus-1-Strategie“, um sich in der Social-Media-Kommunikation unabhängiger von großen US- oder chinesischen Plattformen wie Instagram, YouTube oder TikTok zu machen.

Vertrauen in Informationen stärken

Eingerichtet wurde „stiftungen.social“ von Rudolf-Augstein-Stiftung, Robert-Bosch-Stiftung, Gemeinnützige Hertie-Stiftung, Joachim-Herz-Stiftung, Volkswagen-Stiftung sowie Zeit Stiftung Bucerius. Entwickelt und umgesetzt wurde das Projekt gemeinsam mit der gemeinnützigen Organisation Save Social – Networks For Democracy. Neben den Initiatoren starten zudem die Allianz Foundation, die Bertelsmann-Stiftung, die Deutsche Nationalstiftung, die Karg-Stiftung, die Körber-Stiftung, die Niedersächsische Lotto-Sport-Stiftung, die Michael Otto Foundation for Sustainability, die Schöpflin-Stiftung, die Taz Panterstiftung sowie die Carl-Zeiss-Stiftung auf dem Server. 

„In den Netzwerken US-amerikanischer und chinesischer Konzerne nehmen Hass, Hetze und Desinformation massiv zu“, schreibt der Initiatorenkreis in einer Pressemitteilung zur Eröffnung des eigenen Mastodon-Servers. Die etablierten Plattformen entzögen sich ihrer Verantwortung einer sozialgerechten Regulierung. Dadurch werde das Vertrauen in Informationen untergraben und gesellschaftliche Debatten durch Algorithmen verzerrt. „Mit ‚stiftungen.social‘ setzen wir ein deutliches Zeichen für unabhängige soziale Netzwerke und stärken neue unabhängige digitale Räume“, heißt es in dem Statement. 

Lesen Sie hier:

Angriffe auf die Zivilgesellschaft nehmen im digitalen Raum zu. Viele gemeinnützige Organisationen überfordert das, denn die Bedrohung bleibt abstrakt. Wie sich Stiftungen mit der neuen Situation vertraut machen können.

Vorgestellt wird das Projekt im Rahmen des 2MR-Festivals am 4. Mai an der Bucerius Law School in Hamburg, das demokratiestärkende soziale Medien in den Mittelpunkt stellt. Die beteiligten Stiftungen wollen im Laufe des Tages zudem erste Beiträge unter dem Hashtag #neuhier veröffentlichen. Über einen Link sollen die Accounts auf „stiftungen.social“ gebündelt auffindbar sein.

Open Source aus Berlin

Auch Mastodon selbst begrüßt den Schritt. „Es ist ein wichtiges Signal, dass große deutsche Stiftungen einen eigenen Mastodon-Server starten“, sagte Felix Hlatky, Direktor von Mastodon. „Sie beteiligen sich damit aktiv am Aufbau und am Betrieb einer unabhängigen Informationsinfrastruktur, die unsere Demokratien dringend benötigen.“ 

Mastodon ist ein dezentrales soziales Netzwerk, das Menschen über unabhängige, miteinander verbundene Server vernetzt. Nutzer erstellen ein Konto auf einer Instanz ihrer Wahl – können aber serverübergreifend Accounts folgen und mit ihnen interagieren. Die Software ist Open Source und wird maßgeblich von der Mastodon gGmbH mit Sitz in Berlin weiterentwickelt. Gründer des Projekts ist Eugen Rochko, der Mastodon 2016 initiiert hat.