Christian Lindner im Kuratorium der Stiftung Familienunternehmen und Politik

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Christian Lindner, ehemaliger Bundesfinanzminister und langjähriger FDP-Vorsitzender, ist neues Mitglied des Kuratoriums der Stiftung Familienunternehmen und Politik. Dem Kuratorium gehören mehr als 50 Mitglieder an – überwiegend Vertreter großer deutscher Familienunternehmen sowie ehemalige Politiker. Zu den prominenten Namen zählen der frühere EU-Kommissar Günther Oettinger (CDU) und der ehemalige Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU).

„Konsequenter Einsatz für Familienunternehmen“

„Herr Lindner hat sich als früherer Politiker konsequent für Familienunternehmen in ihrer gesamten Vielfalt eingesetzt“, begründet die Stiftung die Entscheidung. Die Mitarbeit im Kuratorium erfolgt ehrenamtlich. Lindner soll dort seine politische Erfahrung und wirtschaftspolitische Expertise einbringen und die Anliegen von Familienunternehmen im politischen Raum weiter stärken.

Über mehr als zwei Jahrzehnte prägte Christian Lindner die deutschen Liberalen. Im Bundestag übernahm er mehrere Führungsfunktionen, darunter das Amt des FDP-Generalsekretärs (2009 bis 2011). Im NRW-Landtag führte er von 2012 bis 2017 die FDP-Fraktion. 2013 übernahm er den Vorsitz der Partei und führte die Liberalen nach der Wahlniederlage zurück in den Bundestag. Von Dezember 2021 bis November 2024 war Lindner Bundesfinanzminister in der Ampelkoalition, die im Herbst 2024 zerbrach. Nach seinem Ausscheiden aus der Politik übernahm er neue Aufgaben, unter anderem als Mitglied im Shareholder Board der Stepstone Group.

Die privatnützige Stiftung Familienunternehmen und Politik mit Sitz in Berlin entstand 2020 aus der mit ihr verbundenen Stiftung Familienunternehmen. Sie will den Dialog zwischen Politik, Wissenschaft und Wirtschaft stärken und die Interessen von Familienunternehmen im politischen Diskurs verankern. Nach eigenen Angaben verfügt sie über ein Grundstockvermögen von 200.000 Euro und finanziert sich über Dienstleistungsverträge mit Familienunternehmen. Sie organisiert etwa Kongresse, Veranstaltungen und Schulungen und positioniert Familienunternehmen am Arbeitsmarkt.

Stifterin zuletzt in Kritik geraten

Im Unterschied dazu arbeitet die Stiftung Familienunternehmen als gemeinnützige Stiftung. Sie unterstützt Wissenschaft, Lehre und Praxis rund um das Thema Familienunternehmen. Beide Stiftungen haben identische Organe. Zuletzt geriet die Stiftung Familienunternehmen in die Kritik: Eine Recherche des ARD-Magazins Panorama beleuchtete wirtschaftliche und politische Verflechtungen der Organisation. Demnach stehen überwiegend Großkonzerne und sehr vermögende Familiendynastien hinter der Stiftung. Nach außen, so der Vorwurf, trete die Organisation mit einem mittelständischen Image auf, vertrete aber vor allem die Interessen der reichsten Unternehmerfamilien Deutschlands. Die Stiftung weist die Vorwürfe zurück und betont, sie vertrete sachlich fundiert die Anliegen von Familienunternehmen jeder Größe.