Stiftung Schloss Marienburg mit neuem Vorstand

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Rund fünf Monate nach der Entlassung des Vorstandsvorsitzenden hat die Stiftung Schloss Marienburg den Posten wieder besetzt. Laut Pressemitteilung hat der Stiftungsrat Mario Mathias Ohle berufen. Der promovierte Rechtsanwalt mit Schwerpunkt Vergaberecht arbeitet in Berlin für die internationale Kanzlei Taylor Wessing – und verfüge „über umfangreiche Erfahrungen in der Leitung von Großprojekten im öffentlichen Sektor. Dr. Ohle ist darüber hinaus Sachverständiger und Berater der Bundesregierung und hat im Bereich IT- und Vergaberecht einen Lehrauftrag an der Universität Oldenburg“. Er sei überzeugt, dass Ohle die Stiftung und das Projekt Marienburg wieder in die Erfolgsspur führen wird. Auch möchte ich Christine Fiedler für ihre Tätigkeit als Stiftungsvorstand herzlich danken“, wird der Stiftungsratsvorsitzende Ernst August Erbprinz von Hannover zitiert.

Fünfter Vorstandschef seit 2020

Im Rahmen der Ausschreibung habe die Stiftung Schloss Marienburg rund zwei Dutzend Bewerbungen erhalten, die durch eine Auswahlkommission, vertreten durch das Haus Hannover, das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur, die Region Hannover sowie die Kulturstiftung der Länder bewertet wurden. Mario Mathias Ohle ist der fünfte Stiftungsvorstandsvorsitzende seit 2020.

Im September 2024 hatte der Rat den damaligen Vorstandsvorsitzenden Ulrich von Jeinsen entlassen – und diesem grobe Pflichtverletzungen vorgeworfen. Der promovierte Wirtschaftsrechtler widersprach der Darstellung. „Das ist die Version eines Stiftungsrats, der sich um nichts gekümmert hat und stattdessen wollte, dass ich Anweisungen befolge, die nachgewiesenermaßen zu nicht legalem Handeln geführt hätten. Anstelle auf meine entsprechenden Monita zu reagieren, hat man kolportiert, mich gefeuert zu haben, was Quatsch ist.“ Er habe sich nicht vorstellen können, dass eine Ministerialbürokratie so handelt und habe daher das Amt niedergelegt, „weil er schon zwischen Vorstand einer Stiftung und kritiklosem Befehlsempfänger unterschieden sehen möchte.“

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Beim Blick auf die Abläufe rund um das Welfenschloss und dessen finanzielle Nöte zeigte sich auch eine zumindest ungewöhnliche Stiftungsstruktur, dominiert von Vertretern des Landes. Es scheint, dass die Rechtsform nicht in der Lage ist, das südlich von Hannover gelegene Objekt aus eigener Kraft zu erhalten, das als Drehort für die Serie „Maxton Hall“ einer breiten Öffentlichkeit bekannt wurde. Rund 27 Millionen Euro Sanierungskosten sind gesichert, dass sie ausreichen, gilt aber als fragwürdig. „Die Stiftung steht mit dem Rücken zur Wand und macht jährlich deutlich sechsstellige Verluste“, so von Jeinsen gegenüber der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung.