Der Stiftungsrat des Zentrums für Qualität in der Pflege (ZQP) hat einen neuen Vorsitzenden und eine neue stellvertretende Vorsitzende: An die Spitze rückt der frühere Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesgesundheitsminister Edgar Franke. Seine Stellvertreterin wird die Gerontologin Adelheid Kuhlmey.
Franke, Experte für Sozialrecht und Gesundheitspolitik und von 2009 bis 2025 Mitglied des Deutschen Bundestags, hebt laut Pressemitteilung die besondere Rolle des ZQP als gemeinnütziger Akteur hervor: „Die ZQP zeichnet sich durch eine besondere Verbindung von wissenschaftlicher Arbeit und Praxistransfer zum Wohl pflegebedürftiger Menschen aus.“ Ein zentrales Ziel seiner Amtszeit sei, den Austausch zwischen ZQP und Politik auf allen Ebenen zu intensivieren und fundierte Beiträge der Fachstiftung in gesundheitspolitische Entscheidungen einzubringen.
Die zweite Spitze im Stiftungsrat bildet die Gerontologin Adelheid Kuhlmey, Gründungsvorständin Wissenschaft der Medizinischen Universität Lausitz – Carl Thiem und Seniorprofessorin an der Charité in Berlin. Sie war über zehn Jahre Vorsitzende des wissenschaftlichen Beirats des ZQP und bezeichnet sich als „Unterstützerin der ersten Stunde“. Kuhlmey will als stellvertretende Vorsitzende dazu beitragen, dass Forschungsergebnisse und evidenzbasierte Angebote der Stiftung stärker in Versorgungsstrukturen einfließen und insbesondere Regionen mit tiefgreifenden demographischen Herausforderungen erreichen.
Bürgermeister der Stadt Gudensberg
Franke bringt neben seiner aktuellen Tätigkeit als Gründungsrektor und Professor an der Hochschule der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung in Bad Hersfeld langjährige kommunalpolitische Erfahrung ein, unter anderem als Bürgermeister der Stadt Gudensberg. Auf Bundesebene war er Vorsitzender des Gesundheitsausschusses des Deutschen Bundestags, Opferbeauftragter der Bundesregierung sowie Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Gesundheit. Kuhlmey forschte viele Jahre an der Charité zu gesundheitlicher Vulnerabilität im Alter, Pflegebedürftigkeit und pflegenden Angehörigen und leitete von 2002 bis 2024 das Institut für Medizinische Soziologie und Rehabilitationswissenschaft.
Die bisherige Vorsitzende des Stiftungsrats, die frühere bayerische Staatsministerin Christa Stewens, und ihre Stellvertreterin Sabine Jansen, Vorstand der Deutschen Alzheimer Stiftung, scheiden auf eigenen Wunsch aus dem Gremium aus. Der Vorstandsvorsitzende des ZQP Ralf Suhr sagte: „Das ZQP ist beiden tief verbunden und sehr dankbar. Sie haben einen großen Anteil daran, dass die Stiftungsgeschichte eine Erfolgsgeschichte ist.“
Zu guter Pflege beitragen
Das ZQP wurde 2009 vom Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) als unabhängige, gemeinnützige und operative Stiftung gegründet. Laut Satzung fördert die Stiftung insbesondere Altenhilfe, öffentliches Gesundheitswesen und Gesundheitspflege und trägt zur gesellschaftlichen Aufklärung rund um Pflege und Prävention bei. Ziel ist es, durch Forschung und praxisnahe Instrumente zu guter Pflege in Deutschland beizutragen und Prävention sowie Gesundheit im Alter zu stärken. Angesichts einer wachsenden Zahl hochaltriger Menschen mit komplexem Pflegebedarf und begrenzten Ressourcen richtet sich das ZQP vor allem an professionelle Pflegekräfte und andere Gesundheitsberufe, Pflegeorganisationen, pflegende Angehörige, Wissenschaft sowie politiknahe Akteure.
Die Stiftung erarbeitet Wissen zu den Schwerpunkten Prävention, Pflegesicherheit, Pflegebedürftigkeit und Gesundheit im Alter und bereitet dieses in Informations- und Lernangeboten sowie weiteren Instrumenten auf. Die hohe Nachfrage spiegelt sich in der bundesweiten Verbreitung der Materialien: Jährlich werden mehrere hunderttausend Ratgeber, Studien und Arbeitsmaterialien distribuiert, zudem greifen Wissenschafts-, Fach- und Publikumsmedien in zahlreichen Veröffentlichungen auf Arbeitsergebnisse des ZQP zurück. Das ZQP finanziert sich ausschließlich über Mittel der PKV; alle Arbeitsergebnisse stehen unentgeltlich und werbefrei zur Verfügung.
