Hunde ermordet für die Weltmeisterschaft 2026

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Bei einer „Säuberungsaktion“ in der marokkanischen Küstenstadt Aourir seien Dutzende Hunde er- oder angeschossen sowie weggeschafft worden, berichtet das Newsportal „20minuten.ch“. Grund dafür sei ein angekündigter Besuch von Fifa-Funktionären im Rahmen der Weltmeisterschaft 2026 gewesen, für die Marokko sich als Gastgeberland beworben hat. Die Stadt wolle so ein möglichst sauberes Bild abgeben.

Kastrations- und Impfprogramm gestört

Unter den erschossenen Hunden seien auch Tiere aus dem Kastrations- und Impfprogramm einer Schweizer Stiftung gewesen. Diese zeigt sich schockiert. „Wir haben in einem Vorzeigeprojekt über tausend Hunde kastriert, gegen Tollwut geimpft, mit einer Ohrmarke gekennzeichnet und wieder in ihr Revier gebracht“, zitiert  „20minuten.ch“ Brigitte Post, Präsidentin der Stiftung Tierbotschafter.ch. Und auf der Website der Stiftung heisst es: „Seit Donnerstag 5.April 2018 werden jede Nacht in der Region nördlich von Agadir Hunde aus unserem Kastrations- & Impfprogramm erschossen und deportiert.“

Eine Bewohnerin Aourirs habe die Geschehnisse in der Küstenstadt beobachtet und dem Newsportal berichtet, wie etwa 30 bis 40 bewaffnete Männer mitten im Dorf angefangen hätten, auf Hunde zu schiessen – egal ob mit einer Ohrmarke als geimpft und kastriert gekennzeichnet oder nicht. Auch der angeleinte Hund eines Parkwächters sei getroffen worden. Wer versucht habe, die Männer zu hindern oder die Aktion zu dokumentieren, sei bedroht oder verhaftet worden.

Kein Einzelfall, doch Fifa weist Vorwürfe zurück

Solche Vorwürfe gegenüber der Fifa kommen nicht zum ersten Mal auf. Im Zusammenhang mit der Weltmeisterschaft in Russland habe sich die Organisation folgendermaßen geäußert, berichtet „20minuten.ch“: „In keiner Weise heisst die Fifa die grausame Behandlung von wilden und streunenden Tieren gut.“ Zu Marokko habe sie allerdings nicht Stellung nehmen wollen, da eine Aussage das Bewerbungsverfahren für die Fussball-Weltmeisterschaft 2026 beeinflussen könne.

Petition läuft

Seit vergangener Woche versucht die Stiftung das Vorgehen mit der Petition „Don´t touch our strays“ zu stoppen.