Gemeinnützige Förderstiftungen in der Schweiz erzielten 2024 im Durchschnitt eine Rendite von 8,13 Prozent, der Median lag bei 8,30 Prozent. Damit verbesserten sie sich deutlich gegenüber dem Vorjahr, als die durchschnittliche Rendite 5,88 Prozent betrug. Dies zeigt der aktuelle Benchmark-Report von Swiss Foundations, dem Verband der Schweizer Förderstiftungen. Laut dem Report summiert sich die Gesamtrendite der gemeinnützigen Förderstiftungen über fünf Jahre auf 17,19 Prozent. Dies entspricht einem durchschnittlichen jährlichen Zuwachs von etwa 3,2 Prozent. Diese vergleichsweise moderate Rendite reflektiert die schwierigen Marktbedingungen, insbesondere das „annus horribilis“ 2022 mit einem starken Verlust, sowie unsichere und volatile Phasen in den Jahren davor. Besonders gut schnitten Stiftungen mit einem Aktienanteil von über 50 Prozent ab. Sie erzielten kumuliert 19,25 Prozent – ein Hinweis darauf, dass ein höherer Aktienanteil langfristig mit überdurchschnittlichen Ergebnissen einhergehen kann.
Auch die Vermögensstruktur der Förderstiftungen zeigt klare Schwerpunkte. Aktien bleiben mit 47 Prozent die dominierende Anlageklasse. Stiftungen mit einem Vermögen zwischen zehn und 50 Millionen Franken halten im Schnitt sogar 58 Prozent ihres Kapitals in Aktien. Deutsche Stiftungen zeigen sich etwas verhaltener, was Aktieninvestitionen anbelangt: Laut einer Untersuchung des Instituts für Vermögensaufbau, bei der 525 Stiftungsdepots betrachtet wurden, besteht das durchschnittliche Portfolio deutscher Stiftungen zu 40 Prozent aus Aktien und Derivaten.
Sehr große Stiftungen unter den gemeinnützigen Schweizer Förderstiftungen mit mehr als 250 Millionen Franken investieren den größten Teil ihres Vermögens in Immobilien. Kleine Stiftungen wiederum halten mit 39 Prozent den höchsten Anteil an liquiden Mitteln. Der hohe Anteil ist laut dem Report teilweise auf eine Stiftung zurückzuführen, welche das gesamte Vermögen in liquiden Mitteln hält. Alternative Anlagen wie Private Equity, Hedgefonds oder Rohstoffe machen im Schnitt acht Prozent aus. Anleihen haben mit durchschnittlich 22,4 Prozent weiterhin einen festen Platz und sind nach Aktien die zweitwichtigste Anlageklasse.
Weniger konservativ als Pensionskassen
Ein Vergleich mit den regulierten Pensionskassen, die in der Schweiz eine Aktienquote bis zu 50 Prozent erreichen dürfen, unterstreicht die unterschiedlichen Anlagestrategien. Pensionskassen investieren insgesamt konservativer: Ihre Aktienquote liegt bei 32,1 Prozent und damit deutlich unter dem Durchschnitt der Förderstiftungen. Im Gegenzug halten sie einen höheren Anteil an Anleihen von 33,4 Prozent. Immobilien machen bei Pensionskassen rund 15 Prozent des Portfolios aus, alternative Anlagen rund neun Prozent – beides etwas stärker gewichtet als bei Förderstiftungen.
Zunehmend in den Fokus rückt das Thema Nachhaltigkeit. Laut Report berücksichtigen 84 Prozent der befragten Stiftungen Nachhaltigkeitskriterien zumindest teilweise in ihrem Vermögensmanagement. Damit sind es fünf Prozent weniger als im Jahr davor. Am häufigsten kommen mit 91 Prozent Ausschlusskriterien zum Einsatz, gefolgt von Themenanlagen wie Impact Investing, Best-in-Class-Ansätzen und aktivem Aktionärsdialog. Ein Drittel der Stiftungen nennt die positive Wirkung für Gesellschaft und Umwelt als Hauptmotiv für nachhaltige Investitionen. Die Mehrheit mit 47 Prozent nennt als hauptsächlichen Grund für solche nachhaltigen Investitionen die Ausrichtung der Vermögensanlagen auf die Werte oder den Zweck der Stiftung. Weitere, eher untergeordnete Gründe sind die Verbesserung des Rendite/Risiko-Profils und die Reputation der Stiftung. Nachhaltigkeitsaspekte spielen zudem bei der Auswahl und Mandatierung von Vermögensverwaltern eine wachsende Rolle. 56 Prozent berücksichtigen sie bereits in der Vergabe, 67 Prozent erhalten von mindestens einem Verwalter ein Nachhaltigkeitsreporting. Gleichzeitig sehen sich Stiftungen mit Hürden konfrontiert: 12,5 Prozent empfinden das Thema als zu komplex oder unübersichtlich, 25 Prozent fürchten Greenwashing-Vorwürfe und ebenfalls ein Viertel zweifelt daran, dass Nachhaltigkeitskriterien zur Erfüllung des Stiftungszwecks geeignet sind.
Tim Goldau ist Redakteur bei DIE STIFTUNG. Nach einer kaufmännischen Ausbildung und dem Studium der Wirtschafts- und Sozialgeschichte sowie Literatur, Kultur, Medien an den Universitäten Marburg und Siegen arbeitete er in der Redaktion eines Außenhandelsverlags.

