Das Kuratorium der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld hat den Gender- und Diversitätsforscher Gero Bauer zum neuen Stiftungsvorstand gewählt.

Gero Bauer wird neuer geschäftsführender Vorstand der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld (BMH). Er folgt auf den bisherigen Vorstand Jörg Litwinschuh-Barthel, der nach zehnjähriger Amtszeit verabschiedet wurde. Bis zu Bauers Amtsantritt im Frühjahr 2022 wird Daniel Baranowski die Stiftung interimsweise leiten.

Litwinschuh-Barthel hatte als Gründungsvorstand die Stiftungsleitung im November 2011 übernommen. Über die Neubesetzung der Vorstandsposition wurde in einem offenen Wettbewerb entschieden. In einem aufwendigen Auswahlverfahren unter Leitung der stellvertretenden Kuratoriumsvorsitzenden Ruth Schröder traten Bewerberinnen und Bewerber an. Im Anschluss wählte das Kuratorium Gero Bauer im ersten Wahlgang mit großer Mehrheit.

Bauer hat Englisch und Geschichte studiert und ist seit 2017 Geschäftsführer des Zentrums für Gender- und Diversitätsforschung an der Universität Tübingen. Derzeit hat er einen Lehr- und Forschungsauftrag im Bereich Queer Theory und englische Literaturwissenschaft an der Universität von Maryland, USA. Interimsvorstand Daniel Baranowski arbeitet seit 2015 als wissenschaftlicher Referent für Kultur, Geschichte und Erinnerung bei der BMH.

Zweck der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld ist es, einer gesellschaftlichen Diskriminierung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transsexuellen, trans- und intergeschlechtlichen sowie queeren Personen (Abkürzung: LSBTTIQ) in Deutschland entgegenzuwirken. Daher fördert und initiiert sie Bildungs- und Forschungsprojekte zu geschlechtlicher und sexueller Diversität. Auch die Geschichte der LSBTTIQ-Bewegung zeichnet sie nach, unter anderem mit Augenmerk auf Diskriminierungen, Repressionen und Verfolgungen seit Mitte des 19. Jahrhunderts sowie gesellschaftliche Emanzipationsprozesse. Zudem unterstützt die Stiftung Schulaufklärungsprojekte und Initiativen der Jugend- und Erwachsenenbildung, die sexuelle Vielfalt thematisieren, um die Akzeptanz von LSBTTIQ in Schule und in der Arbeitswelt zu fördern.

Die Bundesstiftung ist mit 10 Millionen Euro ausgestattet. Benannt ist sie nach dem Arzt, Sexualforscher und Mitbegründer der ersten deutschen Homosexuellenbewegung Magnus Hirschfeld.

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