Antrag zur Auflösung der Stiftung Garnisonkirche abgelehnt

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Das Kuratorium der Stiftung Garnisonkirche hat gestern den Antrag auf Auflösung der Potsdamer Organisation abgelehnt. Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) hatte diesen in die Sitzung eingebracht, um einem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung Folge zu leisten. Diese hatte Ende Juli mit acht zu drei Stimmen bei zahlreichen Enthaltungen ein entsprechendes Bürgerbegehren angenommen. Da die Kommune jedoch nur über einen der insgesamt elf Sitze in dem Gremium verfügt, war der Antrag chancenlos. Ein Votum für eine Auflösung der kirchlichen Stiftung hätte einer Dreiviertelmehrheit bedurft. Die Initiatoren des Bürgerbegehrens werfen Jakobs nun vor, das Mandat nicht ernsthaft verfolgt zu haben. Die Initiative überlegt, die Kommunalaufsicht einzuschalten. Derweil beabsichtigt die Stiftung, stärker den Dialog mit den Bürgern zu suchen. Der Vorstand soll bis zum 13. Oktober ein entsprechendes Konzept erarbeiten.

Die im 18. Jahrhundert errichtete Garnisonkirche galt bis zum Ende der Weimarer Republik als Verehrungsstätte der preußischen Monarchie. Im März 1933 fand dort kurz nach Hitlers Machtergreifung ein Festakt zur konstituierenden Sitzung des Reichstages statt. Die im Krieg beschädigte Kirche wurde 1968 trotz großer Proteste vom SED-Regime gesprengt. Der geplante Wiederaufbau ist in der Potsdamer Bevölkerung seit mehreren Jahren umstritten (wir berichteten).

www.garnisonkirche-potsdam.org