Female Philanthropy: Frauen gestalten Zukunft und Gemeinwohl

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Die Anzahl wohlhabender Frauen in Deutschland wächst deutlich – und damit ihr Einfluss auf gesellschaftliches Engagement. Frauen investieren und spenden bewusst, langfristig und werteorientiert. Sie erwarten Vertrauen und persönliche Ansprache von ihren Geschäftspartnern und Transparenz über die Wirkung ihres Beitrags. Zugleich zeigen Studien weiterhin eine Investment-Lücke, die häufig mit dem geringeren Zutrauen in die eigene Finanzkompetenz oder fehlender Einbindung in Finanzentscheidungen zusammenhängt. Lebensphasen wie Unternehmensaufbau, Trennung, Familiengründung oder Ruhestand erhöhen den Bedarf an Orientierung und passgenauer Beratung – auch bei philanthropischen Entscheidungen.

Frauen prägen Philanthropie neu

Studien zeigen, dass Frauen im Durchschnitt nicht nur großzügiger spenden, sondern auch anders. Sie verfolgen häufig einen ganzheitlicheren Ansatz, bei dem nicht nur kurzfristige Hilfe, sondern nachhaltige Wirkung im Vordergrund steht.

Ein wesentlicher Unterschied liegt in der Motivation: Während traditionelle Philanthropie oft durch Prestige oder steuerliche Vorteile beeinflusst wurde, orientieren sich viele Frauen stärker an sozialen, ethischen und gemeinschaftlichen Zielen. Sie investieren Zeit, Wissen und Netzwerke ebenso wie finanzielle Mittel. Philanthropie wird damit zu einem aktiven Engagement statt einer passiven Transaktion.

Dazu kommt die wachsende finanzielle Macht von Frauen. Prognosen gehen davon aus, dass in den kommenden Jahrzehnten ein erheblicher Teil des globalen Vermögens an Frauen übergehen wird – sei es durch Erbschaften oder eigene Einkommensentwicklung. Diese Verschiebung wirft zentrale Fragen auf: Was bedeutet es für die Gesellschaft, wenn Frauen über mehr finanzielle Ressourcen verfügen? Und wie verändert sich dadurch die Dynamik des Gebens?

Vermögen schafft Erwartungen

Der Aufstieg weiblicher Philanthropie eröffnet dem Sektor erhebliche Chancen – vorausgesetzt, Organisationen passen sich an. Viele Philanthropinnen wünschen Partnerschaft auf Augenhöhe und möchten in Projekte aktiv eingebunden sein, statt nur zu finanzieren.

Für gemeinnützige Organisationen bedeutet das: Co-Creation, partizipative Entscheidungen und transparente Kommunikation werden wichtiger. Wer diese Erwartungen erfüllt, baut langfristige Beziehungen auf und profitiert von stabileren Finanzierungen.

Zudem legen Frauen einen stärkeren Fokus auf Wirkung: Klare Ziele, regelmäßige Evaluation und nachvollziehbare Ergebnisse sind häufig zentrale Anforderungen. Das kann den Sektor insgesamt professionalisieren und helfen, Ressourcen effizienter einzusetzen.

Auch die Themenvielfalt erweitert sich. Während klassische Förderbereiche weiterhin relevant bleiben, gewinnen Themen wie Gendergerechtigkeit, soziale Innovation und ökologische Nachhaltigkeit an Bedeutung. Diese Entwicklung eröffnet den Organisationen neue Möglichkeiten, innovative Projekte zu entwickeln und neue Zielgruppen zu erreichen.

Andere Formen des Engagements

Frauen engagieren sich in einer breiten Palette philanthropischer Aktivitäten: von klassischen Spenden über strategische Förderprogramme und Stiftungsarbeit bis hin zu Impact Investing. Auffällig ist dabei die Tendenz zu langfristigem Engagement.

Viele Philanthropinnen arbeiten über mehrere Jahre mit ausgewählten Organisationen zusammen. So entstehen stabile Partnerschaften, die Projekte kontinuierlich weiterentwickeln und nachhaltige Veränderungen ermöglichen.

Neben finanziellen Mitteln bringen Frauen häufig auch Expertise, Netzwerke und Zeit ein – etwa durch Mentoring, ehrenamtliche Tätigkeiten oder die Mitarbeit in Governance-Strukturen.

Zudem wächst das Interesse an kollaborativen Ansätzen: Giving Circles, gemeinschaftliche Fonds und Netzwerke bündeln Ressourcen und erhöhen die Wirkung. Gleichzeitig stärken sie den Austausch und das Gemeinschaftsgefühl.

Fazit: Gesellschaft im Wandel – voller Zuversicht

Die zunehmende finanzielle Macht von Frauen markiert einen Wendepunkt für die Philanthropie. Sie bringt nicht nur mehr Ressourcen in den Sektor, sondern verändert auch, wie diese eingesetzt werden: Nachhaltigkeit, Zusammenarbeit und Wirkung rücken stärker in den Mittelpunkt.

Für Organisationen ist das Herausforderung und Chance zugleich: Wer neue Formen der Zusammenarbeit ermöglicht und sich auf die Erwartungen moderner Philanthropinnen einstellt, kann langfristig erheblich profitieren.

Female Philanthropy steht damit nicht nur für eine Verschiebung in der Vermögensverteilung, sondern für einen kulturellen Wandel im Verständnis von Verantwortung und Engagement. Geben wird weniger als einmalige Transaktion verstanden, sondern als aktiver Beitrag zu einer gerechteren und nachhaltigeren Welt.

Monika Peukert
Tax, Estate Planning, Philanthropy & Foundations
Bethmann Bank
ABN AMRO Bank N.V. Frankfurt Branch
Tel.: 069/ 2177 3252
Mobil: 0160 30 17 557

monika.peukert@bethmannbank.de

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