Schweizer Stiftungsvermögen steigt auf 159,6 Milliarden Franken

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Der „Schweizer Stiftungsreport 2026“ berichtet für das vergangene Jahr von einer wieder anziehenden Gründungsdynamik im Nachbarland: 325 Stiftungen wurden neu gegründet, 253 liquidiert. Ende 2025 waren insgesamt 13.984 gemeinnützige Stiftungen im Schweizer Handelsregister eingetragen. 202 davon waren als „in Liquidation“ markiert, sodass 13.782 aktive Stiftungen verbleiben.

Die Liquidationspraxis in der Schweiz hat sich über die letzten Jahre verändert. Während früher oftmals der Grundsatz geherrscht habe, dass Stiftungen nur in Ausnahmefällen liquidiert werden sollen, bestehe heute meist ein pragmatischeres Verständnis bei den Aufsichtsbehörden, schreiben die Autoren des Reports. Damit haben die Stiftungsbehörden in der Schweiz einen anderen Weg eingeschlagen als in Deutschland. Hierzulande sind die Bedingungen für Zulegungen, Zusammenlegungen oder gar Auflösungen von Ewigkeitsstiftungen weiterhin sehr hoch. Zahlen über diese Vorgänge werden von offizieller Seite nicht veröffentlicht.

Durchschnittsvermögen steigt nur leicht

Das geschätzte kumulierte Vermögen der gemeinnützigen Stiftungen in der Schweiz liegt laut dem Report bei 159,6 Milliarden Franken (etwa 174,3 Mrd. Euro) und ist damit weiter gestiegen – wenn auch nicht mehr so schnell wie in den Vorjahren. Im Jahr 2020 betrug das kumulierte Stiftungskapital demzufolge noch 139,5 Mrd. Franken. Das ist ein Anstieg von 14,4 Prozent. Allerdings sei der durchschnittliche Vermögenswert der Schweizer Stiftungen im selben Zeitraum von 11,7 Mio. auf lediglich 12,2 Mio. Franken (4,3 Prozent) deutlich langsamer gestiegen. Daraus leiten die Autoren ab, dass das Wachstum überproportional von wenigen großen Stiftungen getragen wird.

Mehr als die Hälfte der Schweizer Stiftungen (51,6 Prozent) ist dem Report zufolge lokal oder regional tätig. Nur 24,7 Prozent verfolgen einen internationalen Zweck; weitere 23,7 Prozent arbeiten national. Regional konzentriert sich der Sektor weiterhin stark. Zürich liegt mit 2.218 Stiftungen an der Spitze, gefolgt von Bern (1.417), Genf (1.401) und Waadt (1.333). Gleichzeitig verweist der Report auf eine Verschiebung der Dynamik: Ein deutliches Nettowachstum verzeichnen vor allem Genf und Tessin, während viele Kantone stagnieren oder rückläufig sind.

Wissensgrundlage verbessern

Herausgegeben wird der „Schweizer Stiftungsreport 2026“ von Swiss Foundations, dem Center for Philanthropy Studies der Universität Basel und dem Zentrum für Stiftungsrecht der Universität Zürich. Mit dem Report wollen die Herausgeber jährlich aktuelle Zahlen, Fakten und Trends über den Schweizer Stiftungssektor bereitstellen und so die Wissensgrundlage im Stiftungswesen verbessern.

Die Bestands- und Bewegungszahlen stützen sich auf Handelsregisterdaten. Für die Vermögensschätzung hat das CEPS zudem bereits zum vierten Mal seit 2012 eine Umfrage bei der eidgenössischen und den kantonalen Stiftungsaufsichtsbehörden durchgeführt.

Tobias Müller ist Redakteur bei DIE STIFTUNG. Er hat Friedens- und Konfliktforschung sowie Journalismus in Frankfurt am Main und Darmstadt studiert. Als Werkstudent arbeitete er für die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Im Anschluss folgte eine Tätigkeit als Onlineredakteur beim Magazin Chrismon.