Die Deutsche Wildtier-Stiftung erweitert zum 1. Januar 2027 ihre Führung: Mit der Berufung von Meinhard Weizmann schafft sie eine zweite Vorstandsposition. Weizmann ist Diplom-Kaufmann und derzeit Geschäftsführer und Kanzler der Bucerius Law School, einer privaten Stiftungshochschule für Rechtswissenschaft in Hamburg. Der bisherige Alleinvorstand, Prof. Klaus Hackländer, übernimmt in der neuen Struktur den Vorstandsvorsitz.
Grund für die Neuaufstellung an der Spitze ist laut Pressemitteilung der Stiftung ihr dynamisches Wachstum. In den vergangenen Jahren habe sie ihre operativen und strategischen Aktivitäten in den Bereichen Natur- und Artenschutz sowie Naturbildung – also Angeboten, die Menschen Natur erleben, verstehen und wertschätzen lassen – kontinuierlich ausgebaut.
Erfahrung bei Bertelsmann, Gruner + Jahr und Bucerius Law School
„Die Zahl der Projekte im Natur- und Artenschutz wächst genauso wie der Bereich Naturbildung, der durch die Eröffnung der Erlebniswelt Botschaft der Wildtiere in der Hamburger HafenCity ganz neue Dimensionen angenommen hat“, wird Prof. Matthias Graf von der Schulenburg, Vorsitzender des Präsidiums der Deutschen Wildtier-Stiftung, in der Mitteilung zitiert. Man freue sich sehr, mit Meinhard Weizmann einen erfahrenen Manager gewonnen zu haben. Mit seiner Expertise werde er die positive Entwicklung begleiten und neue Impulse in die Stiftungsarbeit einbringen.
Weizmann verantwortet seit 2016 als Geschäftsführer und Kanzler der Bucerius Law School die wirtschaftlichen und strategischen Belange von Deutschlands erster privater Hochschule für Rechtswissenschaft. Zuvor hatte er Führungspositionen im Bertelsmann-Konzern und bei dessen Tochter Gruner + Jahr inne. Seine Schwerpunkte lagen vor allem in der Steuerung von Transformationsprozessen, in der Organisationsentwicklung und in der Digitalisierung.
Stiftungskapital aus Erfolg in der Textilwirtschaft
Die Deutsche Wildtier-Stiftung ist eine gemeinnützige, rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts und wurde 1992 von dem 2014 verstorbenen Hamburger Textilunternehmer Haymo Rethwisch gegründet, der 1997 die Boco GmbH verkaufte – daher auch der anfängliche Name Boco-Stiftung, der 1999 in den heutigen geändert wurde. Neben dem operativen Vorstand verfügt die Stiftung über ein Kuratorium und ein aus dessen Mitte gewähltes Präsidium. Sie setzt sich für den Schutz heimischer Wildtiere und ihrer Lebensräume ein und zeigt auf wissenschaftlicher Grundlage, wie Naturschutz gelingen kann. Neben der Erlebniswelt „Botschaft der Wildtiere“ in Hamburg engagiert sich die Stiftung bundesweit mit Netzwerken und Projekten gegen Naturentfremdung.
Die Stiftung finanziert sich nach eigenen Angaben im Wesentlichen aus den Erträgen ihres Stiftungskapitals, das laut aktuellem Jahresbericht 114,5 Millionen Euro beträgt. Teil dessen ist das Gut Klepelshagen, das sie als wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb führt. Auf rund 2.600 Hektar im südöstlichen Mecklenburg-Vorpommern betreibt das Gut Ackerbau, Viehhaltung, Forstwirtschaft und Jagd.
