07.08.2019 | Von Die Stiftung

In Stiftungskasse fehlen 115.000 Euro

Der Stiftungsrat der Rudi-Kappés-Stiftung aus Saarbrücken wirft einem Vorstand und dessen Ehefrau vor, Konten geleert zu haben. Die Stiftung ist handlungsunfähig, kann aber nach Schuldanerkenntnis vollstrecken. Rechtliche Schritte stehen noch aus.

Rudi-Kappés-Stiftung
Die Berliner Promenade in Saarbrücken, Sitz der Rudi-Kappés-Stiftung Foto: Meffo, Saarufer, CC BY-SA 3.0

Wie viele Kreditkartenabbuchungen und Barabhebungen es gebraucht hat, ist nicht bekannt, das Ergebnis scheint jedoch klar. Der Rudi-Kappés-Stiftung fehlen rund 115.000 Euro, nachdem der Vorstand und dessen Ehefrau das Geld für eigene Unternehmungen verwendet haben. Wie der Saarländische Rundfunk berichtet, ist die gemeinnützige Organisation damit handlungsunfähig. Die Rudi-Kappés-Stiftung war 2004 gegründet worden, um „bedürftige und unverschuldet in Not geratene Saarländer zu unterstützen“ – benannt nach dem zwei Jahre zuvor bei einem Unfall ums Leben gekommenen Fußballer und Trainer.

Schuldanerkenntnis von 150.000 Euro

Mit dem Vorstand scheint nun einer der Mitgründer die Verantwortung dafür zu tragen, dass das Ende der Organisation droht. Michael Arnold, ein früherer Vorstand der 2014 abgewickelten Baumarktkette Praktiker, und seine Frau haben laut Saarbrücker Zeitung (SZ) Schuldanerkenntnisse in Höhe von 150.000 Euro unterschrieben. Aus diesen werde nun vollstreckt. Zudem gebe es Sicherungshypotheken auf Immobilien. Laut SZ flog die Ausgabepraxis des Ehepaars 2016 auf, nachdem die Stiftungsaufsicht mitteilte, dass „seit Jahren“ keine Bilanzen der Stiftung mehr vorgelegt worden seien. „Der letzte Jahresabschluss betrifft das Jahr 2011.“

Strafanzeige nicht verpflichtend

Eine Strafanzeige gegen den langjährigen Aufsichtsrat des 1. FC Saarbrücken habe man noch nicht gestellt, wird Stiftungsrat Franz Abel in der SZ zitiert. Man wolle erst den Schaden kompensieren und dann rechtliche Schritte einleiten. Eine Rechtspflicht zur Strafanzeige bestehe nach Ansicht der Stiftungsaufsicht nicht. Die Stiftung, so Abel, werde voraussichtlich abgewickelt, das Geld solle eine dem Stiftungszweck entsprechende Verwendung finden.

Artikel teilen