04.06.2018 | Von Die Stiftung

Pascal Decker verlässt Stiftung Brandenburger Tor

Überraschende Entwicklung bei der Stiftung Brandenburger Tor: Der geschäftsführende Vorstand Pascal Decker hat sein Amt niedergelegt. Medienberichte sprechen von Differenzen zur inhaltlichen Ausrichtung im Max-Liebermann-Haus zwischen den Vorständen und der Berliner Sparkasse.

Pascal Decker
Die Vorstände Pascal Decker (links) und Peter-Klaus Schuster waren im Dezember im Amt bestätigt worden. Foto: stiftungbrandenburgertor.de

Pascal Decker, geschäftsführender Vorstand der Stiftung Brandenburger Tor, hat sein Amt mit Wirkung zum 31. Mai 2018 niedergelegt, so die Kunststiftung in einer Pressemitteilung. Nachdem er zuvor seit 2006 einfaches Vorstandsmitglied war, habe der promovierte Jurist seit 2014 als geschäftsführender Vorstand die inhaltlich-programmatische Neuausrichtung der Stiftung geprägt. „Das geschärfte Profil der Stiftung Brandenburger Tor als Veranstaltungs- und Debattenort für Kulturpolitik und Kunstmarkt im Künstlerhaus Max Liebermanns trägt seine Handschrift. Auch die Fokussierung der Stiftung im Bildungsbereich auf das Leitthema Ästhetische Bildung war maßgeblich seine Entscheidung“, so die Stiftung.

Pascal Decker nennt zeitliche Anforderungen als Gründe

Pascal Decker, der als Rechtsanwalt die auf Kunst-, Erb- und Stiftungsrecht spezialisierte Sozietät dtb rechtsanwälte gegründet habe und in zahlreichen Gremien ehrenamtlich tätig sei, begründet laut Pressemitteilung die Niederlegung des Amts mit den hohen zeitlichen Anforderungen, die ihm sein dynamisch wachsendes Unternehmen abverlange. „Nach vier Jahren struktureller und personeller Neuaufstellung verlasse ich die Stiftung mit einem guten Gefühl. Die Fundamente sind gelegt für die Arbeit der kommenden Jahre. Besonders freut mich das wachsende Interesse der Stifterin, der Berliner Sparkasse, an der Arbeit der Stiftung. Das zeigt sich nicht zuletzt darin, dass mit Frau Bianca Richardt und Herrn Kai Uwe Peter zwei Mitarbeiter der Berliner Sparkasse neu in den Vorstand unserer Stiftung berufen wurden.“

Tagesspiegel spricht von Differenzen

Laut einem Bericht des Tagesspiegels „war es in jüngster Zeit aber auch zunehmend zu Differenzen um die inhaltliche Ausrichtung des Hauses gekommen, und zwar zwischen den Stiftungsvorständen und der Berliner Sparkasse als Stifterin und Geldgeberin“. Zudem hätten sich die Machtverhältnisse im Vorstand offenbar verschoben. Bislang lag den Verantwortlichen an einer internationalen Ausrichtung des Max-Liebermann-Hauses, das sich in Berlin als Debattenort für Fragen der ästhetischen Bildung, der Kulturpolitik und des Kunstmarkts etabliert habe“, so die Zeitung.

Vorstandskollege bedauert Deckers Rückzug

„Ich bedauere den Rückzug meines Vorstandskollegen Pascal Decker außerordentlich. Bereits an der Seite von Prof. Monika Grütters vielfältig für die Stiftung Brandenburger Tor tätig, hat er die unter ihrem Kuratoriumsvorsitzenden Roman Herzog so wirkungsmächtig beförderte Bürgerstiftung auf den gemeinsamen Kernbereich Kultur fokussiert“, wird Peter-Klaus Schuster, der seit vier Jahren gemeinsam mit Decker im Vorstand der Stiftung wirkte, zitiert. „Im Wohn- und Atelierhaus von Max Liebermann – direkt neben dem Brandenburger Tor am Pariser Platz, der wie kaum ein anderer Ort repräsentativ für den Glanz wie auch den Untergang der Kultur in Deutschland ist, – hat Pascal Decker die Stiftung Brandenburger Tor gemeinsam mit einem hochmotivierten Team entscheidend neu ausgerichtet und dabei die von Max Liebermann gelebten Werte der Liberalität, Toleranz sowie die Orientierung des Lokalen und Nationalen am Europäischen in zahlreichen Kunst- und Kulturdebatten unmittelbar aktuell und lebendig gehalten. Pascal Decker wird der Stiftung Brandenburger Tor sehr fehlen!“

https://stiftungbrandenburgertor.de/

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