23.03.2018 | Von Die Stiftung

Stiftung erinnert an ermordete Studentin Maria

Im Oktober 2016 wurde die Medizinstudentin Maria Ladenburger in Freiburg vergewaltigt und ermordet. Nun haben die Eltern eine Stiftung gegründet, die unter anderem Studierende unterstützen, Integration fördern und „ein Zeichen der Mitmenschlichkeit“ setzen soll.

Maria
Ein Gedenkbaum in Freiburg in der Nähe des Fundorts. Foto: Andreas Schwarzkopf, Ottiliensteg mit Gedenkbaum an der Dreisam in Freiburg-Waldsee, in der Nähe des Fundortes, Größe von DIE STIFTUNG, CC BY-SA 3.0

Gemeinsam mit dem Verband der Freunde der Universität Freiburg e.V. hat die Familie der ermordeten Medizinstudentin Maria eine Stiftung gegründet. Dies hat die Universität Freiburg einen Tag vor dem Urteil im Mordprozess verkündet, der mit lebenslanger Haft für den Täter, einen afghanischen Asylbewerber, endete. Die Maria-Ladenburger-Stiftung soll Studierende der Universität Freiburg, insbesondere der Medizinischen Fakultät, unterstützen. Ziel ist es, Studierenden mit Behinderung, plötzlichen Erkrankungen oder in schwierigen Lebenssituationen sowie ausländischen Studierenden bei deren Integration in das universitäre Umfeld zu helfen. Die Stiftung wird auch Projekte der Entwicklungshilfe, etwa durch Pflichtpraktika im Medizinstudium, fördern.

Die Eltern erläutern die Beweggründe für die Errichtung der Stiftung: „Maria studierte Medizin voller Begeisterung, Engagement und Lebensfreude, um als Ärztin für ihre Mitmenschen da sein zu können. Die Stiftung will das Geschenk ihres Lebens an Studierende weitergeben und in ihrem Sinne ein Zeichen der Mitmenschlichkeit setzen.“ Damit führt die Stiftung weiter, was der 19-Jährigen wichtig war: „Maria Ladenburger hatte sich sozial engagiert, zum Beispiel im Verein Weitblick, einer ehrenamtlichen Studierendeninitiative für einen gerechteren Zugang zu Bildung. Gemeinsam mit anderen Vereinsmitgliedern organisierte sie Aktionen, um Spenden für die Renovierung einer Grundschule in Ghana zu sammeln“, so die Badische Zeitung.

Universität bedankt sich für Stiftungsgründung

„Maria Ladenburger setzte sich in ihrem Studium für andere Studierende und für Bildungsprojekte in anderen Ländern ein. Sie steht damit für alles, was unsere Universität auszeichnet: Weltoffenheit, Toleranz und Neugierde auf alles Neue“, wird Professor Hans-Jochen Schiewer, Rektor der Universität Freiburg zitiert. „Diese Stiftung ist eine bewegende und großartige Geste ihrer Familie, für die ich mich im Namen der gesamten Universität herzlich bedanke.“ Die Dekanin der Medizinischen Fakultät, Professorin Kerstin Krieglstein, schließt sich dem an: „Maria Ladenburger hatte mit dem Studienfach Humanmedizin für sich die richtige Wahl getroffen: Sie wollte sich um Menschen kümmern und ihnen helfen – so wie sie schon während ihres Studiums auch ihre Kommilitoninnen und Kommilitonen unterstützte. Diese großherzige Stiftung der Familie berührt uns alle sehr.“

Das Stiftungsvermögen – komplett von der Familie eingebracht – beträgt 100.000 Euro. Der Verband der Freunde der Universität kümmere sich um die Verwaltung der Stiftung, so die Badische Zeitung.

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