03.12.2018 | Von Die Stiftung

Stiftung unterstützt: Verschnaufpause für Kettler

Die Lage der insolventen Firma Kettler ist vorerst etwas entschärft: Nach dem Absprung des möglichen Investors Altera waren Anfang November die mehr als 700 Arbeitsplätze in Gefahr. Doch nun hat die Heinz-Kettler-Stiftung einer Zwischenfinanzierung zugestimmt.

Kettler
Kettler wurde unter anderem durch das Kettcar bekannt. Nicht nur das Unternehmen ist unter Druck, auch die Stiftung erlebt unruhige Zeiten. Foto: Dieter Schütz / pixelio.de

Das Unternehmen kann damit nach dem ursprünglichen Absprung eines möglichen Investors die Suche nach Geldgebern fortsetzen. Dies ist die Folge eines Eingriffs der Stiftungsaufsicht. Sie setzte das Kuratorium und ein Vorstandsmitglied der Stiftung ab, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung (F.A.Z.) berichtet. „Das Kuratorium hatte sich in dieser Woche geweigert, an einem von der Landesregierung initiierten runden Tisch teilzunehmen“, so die F.A.Z.

Wiederholte Ablehnung, Kettler zu unterstützen

Diese Weigerung war ein weiterer Höhepunkt im Streit um und innerhalb der Stiftung, die laut der Tageszeitung Welt zwar nicht Eigentümerin des Unternehmens ist – „aber sie besitzt Vermögensgegenstände wie Immobilien und Markenrechte im Ausland und müsste deren Übertragung zustimmen.“ Die Stiftung hatte dies wiederholt abgelehnt und deutlich gemacht, dass sie nicht in das Insolvenzverfahren eingreifen will. In einer Pressemitteilung hatte sie dementiert, dass sie „eine Mitverantwortung trage für die Entwicklung der hoch überschuldeten und lediglich namensverwandten Kettler GmbH“. Die Forderungen der Belegschaft seien zwar nachvollziehbar. Man könne aber keine zweckgebundenen Mittel der Stiftung für das Unternehmen verwenden. Stiftungszweck der Heinz-Kettler-Stiftung ist die Förderung des Behindertensports.

Konflikte in Stiftung

Dem Soester-Anzeiger gegenüber hatte sich der Sprecher des Vorstands, Andreas Sand, jedoch gegenteilig geäußert. Der Vorstand der Heinz-Kettler- Stiftung sei bereit, das Unternehmen finanziell zu stützen. „Wenn, dann weigert sich das Kuratorium“, so Sand. Eine finanzielle Hilfe sei allerdings an die Bedingung geknüpft, dass „alle Verantwortlichen an einen Tisch gerufen werden und sichergestellt ist, dass dieses Geld tatsächlich in die Firma fließt und nicht auf die Konten von Beratern, die das Unternehmen ausgehöhlt haben“, sagt Sand.

Erneuter Eingriff der Stiftungsaufsicht

Der Eingriff der Stiftungsaufsicht Anfang November war der zweite in kurzer Zeit: Ende Oktober hatte sie bereits die beiden Vorstände, Andreas Sand und Werner Scheiwe, wieder eingesetzt, nachdem das Kuratorium diese abberufen hatte. Nach dem jüngsten Beschluss der Aufsicht ist Sand nun der einzige Vertreter der Stiftung. Anschuldigungen seitens eines mit der verstorbenen Firmenerbin Karin Kettler befreundeten Unternehmers, der dem bisherigen Kuratoriumsvorsitzenden Veruntreuung vorwarf, hatten ebenso für Aufsehen gesorgt. Sie hatten bereits früher die Staatsanwaltschaft auf den Plan gerufen. Die Ermittlungen waren jedoch eingestellt worden.

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