06.11.2018 | Von Die Stiftung

Möglicher Kettler-Investor abgesprungen

Der mögliche Investor bei der insolventen Kettler GmbH ist abgesprungen. Die Belegschaft fordert nun finanzielle Hilfen durch die Heinz-Kettler-Stiftung. Laut einer Pressemitteilung lehnt diese eine Unterstützung bisher ab. Der Sprecher der Stiftung ist anderer Ansicht.

Kettler Investor
Die Arbeitsplätze bei der „Kettcar“-Firma Kettler sind gefährdet. Die Belegschaft will, dass die Heinz-Kettler-Stiftung hilft. Foto: Dieter Schütz/pixelio

Die Lage der insolventen Firma Kettler hat sich weiter verschlechtert: Der mögliche Investor Altera Capital ist abgesprungen. Bisher liefen die Gespräche zwischen GmbH und Investor weiter, ungeachtet der heftigen Streitigkeiten um die Heinz-Kettler-Stiftung. Mit dem Rückzug von Altera Capital sind die rund 850 Arbeitsplätze bei Kettler in Gefahr.

Uneinigkeit in der Heinz-Kettler-Stiftung

Etwa 500 Mitarbeiter forderten die Heinz-Kettler-Stiftung bei einer Demonstration auf, finanzielle Unterstützung zu leisten, wie das Handelsblatt berichtet. Offiziell hatte die Stiftung dies jedoch bereits abgelehnt und deutlich gemacht, dass sie nicht in das Insolvenzverfahren eingreifen will. In einer Pressemitteilung dementierte die Heinz-Kettler-Stiftung, dass sie „eine Mitverantwortung trage für die Entwicklung der hoch überschuldeten und lediglich namensverwandten Kettler GmbH“. Die Forderungen der Belegschaft seien zwar nachvollziehbar. Man könne aber keine zweckgebundenen Mittel der Stiftung für das Unternehmen verwenden. Stiftungszweck der Heinz-Kettler-Stiftung ist die Förderung des Behindertensports.

Dem Soester-Anzeiger gegenüber äußert sich der Sprecher des Vorstands Andreas Sand jedoch gegenteilig. Der Vorstand der Heinz-Kettler-Stiftung sei bereit, das Unternehmen finanziell zu stützen. „Wenn, dann weigert sich das Kuratorium“, sagt Sand. Eine finanzielle Hilfe sei allerdings an die Bedingung geknüpft, dass „alle Verantwortlichen an einen Tisch gerufen werden und sichergestellt ist, dass dieses Geld tatsächlich in die Firma fließt und nicht auf die Konten von Beratern, die das Unternehmen ausgehöhlt haben“, sagt Andreas Sand.

Massive Vorwürfe gegen Vorsitzenden

Die Heinz-Kettler-Stiftung kam in letzter Zeit kaum noch aus den Schlagzeilen. Zuletzt gab es internen Streit: Das Kuratorium der Stiftung unter dem Vorsitzenden Manfred Sauer hatte die Abberufung der beiden Stiftungsvorstände Andreas Sand und Werner Scheiwe entschieden. Diese Entscheidung wurde von der Stiftungsaufsicht der Bezirksregierung Arnsberg aufgehoben.

Gleichzeitig hatte der mit der verstorbenen Firmenerbin Karin Kettler befreundete Unternehmer Ulrich Bettermann den Kuratoriumsvorsitzenden der Stiftung diverser Verfehlungen sowie krimineller Handlungen bezichtigt. Er veröffentlichte diese Anschuldigungen in ganzseitigen Anzeigen, die in zwei Lokalzeitungen gedruckt wurden. Den Anzeigen waren zudem eidesstaatliche Versicherungen beigefügt.

Auch in der Vergangenheit hatte Bettermann schon mehrfach Vorwürfe gegen den Kuratoriumsvorsitzenden Sauer geäußert, woraufhin sich die Staatsanwaltschaft eingeschaltet hatte. Diese stellte die Ermittlungen später wieder ein – sollten Straftaten wie Veruntreuung begangen worden sein, seien diese inzwischen verjährt und die möglichen Geschädigten verstorben. Manfred Sauer hatte die Vorwürfe immer zurückgewiesen und erwägt, Bettermann wegen übler Nachrede anzuzeigen.

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