Der Vorstandsvorsitzende Hannes Ametsreiter verlässt die Bertelsmann-Stiftung zum 31. Juli 2025 auf eigenen Wunsch. Kuratoriumsvorsitzender Bodo Uebber würdigte die Verdienste von Ametsreiter, der erst im Januar 2025 zur Bertelsmann-Stiftung stieß und zuvor an der Spitze des Unternehmens Vodafone Deutschland stand. Nun will sich Ametsreiter Angaben der Stiftung zufolge neuen Aufgaben in der Wirtschaft zuwenden.
Übergangsmäßig übernimmt Brigitte Mohn, Mitglied der Stifterfamilie und seit 2005 im Vorstand, den Vorsitz. Sie studierte Politik, Kunstgeschichte und Germanistik und promovierte an der Universität Witten-Herdecke. Sie ist zudem für ihr Engagement im Bereich Existenzgründung und als Unternehmerin bekannt. Daniela Schwarzer bleibt weiterhin Teil des Führungsgremiums. Im Zuge einer geplanten Erweiterung des Stiftungsvorstands rückt Wilfried Uhr als Vorstand Operations auf, der seit dem Jahr 2000 verschiedene Führungspositionen in der Stiftung innehatte, zuletzt als Senior Vice President Corporate Operations.
Kontinuität und Stabilität
„Das zeigt das hohe Verantwortungsbewusstsein der Stifterfamilie und garantiert die reibungslose Fortsetzung der Stiftungsarbeit. Ich freue mich, dass wir mit Wilfried Uhr einen sehr erfahrenen Stiftungsmanager aus dem eigenen Haus im Vorstand der Stiftung begrüßen dürfen“, sagte Uebber laut Pressemitteilung.
Mohn hebt laut der Mitteilung die Bedeutung von Kontinuität für die Stiftungsarbeit hervor: „Kontinuität und Stabilität in der gesellschaftlich so relevanten Arbeit der Bertelsmann-Stiftung sind mir und der gesamten Familie im Sinne des Stiftungsgründers Reinhard Mohn ein wichtiges Anliegen. Ich freue mich, dafür eine besondere Verantwortung übernehmen zu dürfen.“
Über die Stiftung
Die Bertelsmann-Stiftung wurde 1977 von Reinhard Mohn gegründet und ist heute eine der größten deutschen Stiftungen. 2023 verfügte sie über ein Eigenkapital von 1,31 Milliarden Euro. Die Stiftung verfolgt das Ziel, Impulse für gesellschaftlichen Fortschritt zu geben und ist in den Bereichen Bildung, Gesundheit, soziale Gerechtigkeit und Digitalisierung aktiv. Im letzten Jahr setzte sich die Stiftung im Rahmen des Projektes „Demokratie stärken! Prioritäten für 2024“ etwa dafür ein, Demokratie „bürgernäher, effizienter und resilienter“ zu machen. In diesem Rahmen kooperierte die Bertelsmann-Stiftung mit Forscherteams, publizierte Podcasts und veranstaltete eine Podiumsdiskussion mit dem damaligen Bundeskanzler Olaf Scholz. Bekannt ist die Bertelsmann-Stiftung auch durch den Reinhard-Mohn-Preis, der mit 200.000 Euro dotiert ist und seit 2011 an international renommierte Persönlichkeiten vergeben wird, die wegweisende Lösungen zu gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen entwickeln.
Seit ihrer Gründung hat die Stiftung rund zwei Milliarden Euro für gemeinnützige Zwecke bereitgestellt. Im Jahr 2024 wurden 77 Millionen Euro für die Stiftungsarbeit aufgewendet. Die Stiftung beschäftigt über 330 Mitarbeiter an den Standorten Gütersloh und Berlin sowie in verbundenen Organisationen in Washington und Barcelona.
