Der langjährige Vorstand der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld, Jörg Litwinschuh-Barthel, will sich nicht um eine dritte Amtszeit im Vorstand bewerben. Laut Medienberichten hatte sich Bundesjustizministerin Lambrecht für eine öffentliche Ausschreibung starkgemacht.

Der hauptamtliche Vorstand der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld, Jörg Litwinschuh-Barthel, kandidiert nicht für eine weitere Amtszeit. Im Herbst scheide er aus der Stiftung aus, die sich für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans- und intergeschlechtlichen Menschen (LBGTIQ*) einsetzt. Das gab der 52-Jährige in einer Rede zum zehnjährigen Bestehen der Stiftung bekannt.

Dass die Vorstandsstelle aber für die kommende Amtszeit überhaupt ausgeschrieben wird, hatte zuvor bereits für Aufsehen gesorgt. Laut Satzung der durch die Bundesrepublik Deutschland gegründeten Stiftung bestellt das Kuratorium den Vorstand für fünf Jahre, eine Wiederwahl ist zulässig. 2011 wurde Litwinschuh-Barthel durch die damalige Justizministerin und Kuratoriumsvorsitzende Sabine Leutheusser-Schnarrenberger berufen, fünf Jahre später bestellte das Kuratorium ihn einstimmig für eine zweite Amtszeit. Dass das Kuratorium unter dem Vorsitz von Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) die Vorstandsstelle nun ausgeschrieben wird, werten Beobachter als Vertrauensentzug. Laut dem Onlinemagazin queer.de soll Lambrecht (SPD) die Ausschreibung persönlich durchgesetzt haben.

Unverständnis und Bedauern

In den sozialen Medien regt sich vereinzelt Unmut über das Vorgehen der Ministerin, auch aus den eigenen Reihen: So äußerte der Bundesvorstand der Arbeitsgemeinschaft der SPD für Akzeptanz und Gleichstellung „SPDqueer“ in einer Pressemitteilung „Unverständnis und Bedauern“ über die Ausschreibung.

Litwinschuh-Barthel hat die Stiftung seit ihrer Gründung 2011 aufgebaut. Auch an die Anfangszeit seit Gründung erinnerte der Noch-Vorstand in seiner Rede: „Es gab damals noch keine Räumlichkeiten, geschweige denn eine Geschäftsstelle oder Liegenschaft, es waren noch keine Mitarbeiterinnen genehmigt, es gab kein Forschungs- und Bildungsprogramm, kein einziges Projekt. Das Kuratorium und der Fachbeirat hatten sich noch nicht konstituiert und das Gründungsvermögen in Höhe von zehn Millionen Euro mussten noch vor Jahresende beim Bundesministerium der Finanzen angefordert werden.“

Die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld

Die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld ist eine mit etwa elf Millionen Euro ausgestattete Stiftung bürgerlichen Rechts mit Sitz in Berlin. Sie finanziert sich aus Erträgen aus dem Stiftungsvermögen, das ihr der Bund bei der Gründung zur Verfügung gestellt hat. Seit 2017 erhält die Stiftung zusätzlich eine institutionelle Förderung von rund 500.000 Euro jährlich.

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