Die schwarz-rote Bundesregierung will das Grundstockvermögen der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld um eine Zustiftung in Höhe von 1,75 Mio. EUR aufstocken. Zwei Ausschüsse haben hierzu bereits ihr Okay gegeben, eine Zustimmung im Bundestag bei der zweiten und dritten Lesung des Haushalts Ende Juni gilt als sicher. Die beiden Regierungsparteien werten den zusätzlichen Betrag angesichts der angespannten Finanzlage als Erfolg. Die Opposition kritisierte diesen dagegen geschlossen als zu mickrig. Der ehemalige FDP-Abgeordnete Michael Kauch, der maßgebend an der Stiftungsgründung beteiligt war, hält eine Verdopplung des Grundstocks von aktuell 10 Mio. EUR für angemessen – gerade angesichts der aktuellen Zinssituation. Harald Petzold, queerpolitischer Sprecher der Linksfraktion, forderte ein Budget, mit dem statt einer fünf Vollzeitstellen zu finanzieren sind. Der Grünen-Abgeordnete Volker Beck befürchtet derweil einen „Ablasshandel für Defizite bei der Gleichstellung“, denn nach wie vor lehnt die Union ein volles Adoptionsrecht für eigetragene Lebenspartner ab. Geschäftsführer Jörg Litwinschuh wollte sich hierzu nicht äußern.

Die 2011 gegründete Stiftung befasst sich mit den Themen Homosexualität, Bisexualität und Transidentität, im Vordergrund steht hierbei die wissenschaftliche Auseinandersetzung. Wie das Büro des CDU-Abgeordneten Stefan Kaufmann versicherte, ist die Fördersumme jedoch keine Anspielung auf den § 175 des Strafgesetzbuchs ,der lange Zeit Homosexualität unter Strafe stellte und erst 1994 komplett abgeschafft wurde.

www.mh-stiftung.de

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