21.11.2017 | Von Tobias Anslinger

Private Banking Gipfel: Österreicher neue Benchmark

Österreich wird zum neuen Qualitätsmaßstab im Private Banking. Gleich vier von neun Instituten, die im Markttest der Private Banking Prüfinstanz mit einem „Sehr gut“ abschnitten, kommen aus der Alpenrepublik. Darunter auch die Nummer eins der Jahreswertung.

Private Banking Gipfel
Vor allem österreichische Vermögensverwalter konnten 2017 die Private Banking Prüfinstanz überzeugen. Foto: Private Banking Prüfinstanz/Verlag Fuchsbriefe

Das inhabergeführte Bankhaus Carl Spängler aus Salzburg, gefolgt von der partnergeführten Wiener Privatbank Gutmann – so sieht die Rangliste der Private Banking Prüfinstanz für das Jahr 2018 aus. Am 20. November richtete der Verlag Fuchsbriefe seinen alljährlichen Privat Banking Gipfel in Berlin aus und kürte an diesem Tag auch die besten Vermögensverwalter des Jahres.

Auf Rang drei folgt die Deka Bank in Luxemburg, auf vier schließlich die Weberbank in Berlin als beste Adresse aus Deutschland. Rang fünf belegt die VP Bank aus Liechtenstein. Weitere Adressen mit einem „Sehr gut“ sind die Capital Bank (AT), das Bankhaus Krentschker (AT), Merck Finck Privatbankiers (D) sowie der Vermögensverwalter Spiekermann (D).

Private Banking Prüfinstanz klopft Währungskompetenz ab

Von insgesamt 37 Qualifikanten konnten sich nur 26 im Bereich bis Befriedigend platzieren. Neun Anbieter (Vorjahr: 13) erhielten die Note „Sehr gut“. Vierzehn erbrachten eine „gute“, drei eine „befriedigende“ Leistung. Der Sieger, das Bankhaus Spängler, überzeugt mit fundiertem Wissen und einer ebenso qualifizierten Risikoeinschätzung zu Währungsräumen außerhalb der Eurozone, einer brillanten Depotanalyse und hoher Transparenz, so das Urteil der „Private Banking Prüfinstanz“.

Auch die zweitplatzierte partnergeführte Bank Gutmann (die zudem nun auch die ewige Bestenliste anführt) und die Deka Bank hinterließen im Beratungsprozess einen exzellenten Eindruck, wobei Letztere bei der Vermögensstrategie leicht abfiel.

Im Mittelpunkt des diesjährigen Testfalls der Private Banking Prüfinstanz stand die Währungskompetenz der Anbieter. Der Kunde wollte mit seinem Vermögen weitgehend Raus aus dem Euro. Geprüft wurde in vier Wertungskategorien: das Beratungsgespräch mit 45 Prozent Gewicht, die Vermögensstrategie mit 20 Prozent, die Portfolioqualität mit 15 Prozent und die Transparenz mit 20 Prozent. Die Transparenz beinhaltet eine Fragebogenauswertung u.a. zum zahlenmäßigen Verhältnis von Kunden zu Beratern, zum Dienstleistungsangebot, den die verwalteten Kundengeldern und zur Preis- und Produktpolitik. Neu in diesem Jahr floss das Abschneiden im Performance-Projekt der Prüfinstanz sowie die Vertrauenswürdigkeit der Häuser in die Transparenzwertung ein.

Kundenorientierung mündlich und schriftlich

In den vergangenen Jahren litt die Beratungsqualität im Private Banking häufig aufgrund der strengen Gesetzesvorgaben. Jetzt gelingt es immer mehr Anbietern, individuelle Beratungserlebnisse zu schaffen und dennoch die Regulation zu beachten. Konsequente Kundenorientierung auch im schriftlichen Anlagevorschlag ist der Hauptgrund für die herausragenden Ergebnisse der österreichischen Privatbanken. Der Kunde kann selbständig nachvollziehen, warum die Bank sein Vermögen wie vorgeschlagen anlegen will.

Die Standardkonditionen sind im Marktdurchschnitt nochmals leicht gesunken. Im Mittel liegt die All-in-fee (eine Pauschalgebühr) bei 1,20 Prozent plus Umsatzsteuer (Vorjahr 1,25 Prozent) bei einem Depot mit 1,1 Millionen Euro Anlagesumme und einer ausgewogenen Depotstruktur.

Vier Top-Anbieter, Deutsche im Mittelfeld, Schweizer enttäuschen

Insgesamt vier Anbieter (im Vorjahr keiner) qualifizierten sich in diesem Jahr für das Prädikat Top-Anbieter. Sie erbrachten mindestens 95 Prozent der Bestpunktzahl und schnitten in keiner Wertungskategorie schlechter ab als gut: Bankhaus Carl Spängler, Bank Gutmann, Weberbank und VP Bank.

Die getesteten deutschen Vermögensverwalter machen knapp 50 Prozent des Testpools aus. Dennoch sind unter den neun mit „Sehr gut“ bewerteten Häusern nur drei deutsche Anbieter zu finden: die Weberbank, Merck Finck Privatbankiers und der Vermögensverwalter Spiekermann.

Enttäuschend war für die Private Banking Prüfinstanz das Abschneiden der Schweizer Vermögensverwalter. „Sie erbringen zwar in der mündlichen Beratung zum Teil ebenfalls hervorragende Leistungen. Doch die Anlagevorschläge sind im Marktvergleich weit weg von den hohen Standards, die die Top-Adressen aus Liechtenstein, Österreich, Deutschland und Luxemburg vorgeben“, heißt es dazu.

Die Private Banking Prüfinstanz

Die Private Banking Prüfinstanz wurde 2004 gegründet. Sie hat das Ziel, dauerhaft die Qualität von Private Banking-Dienstleistungen zu überwachen und zu heben. Kapitalanleger werden so bei der Auswahl ihres Vermögensmanagers unterstützt. Die Anbieter selbst erhalten Impulse zur Weiterentwicklung ihrer Leistungen.

Das Jahresranking 2018 ist hier einsehbar:
https://www.fuchsbriefe.de/ratings/vermoegensmanagement/TOPs-2018-Die-Besten-im-Test/

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