Der Bundestag hat die Errichtung der Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte beschlossen. An den Schauplätzen lasse sich veranschaulichen, wie hart errungen die demokratischen Freiheitsrechte sind und was es zu verteidigen gilt, hatte Staatsministerin Grütters (CDU) bei der ersten Lesung des Gesetzentwurfs im April erklärt. Dieser ist Teil der im Koalitionsvertrag vereinbarten Konzeption zur Förderung der Orte der deutschen Demokratiegeschichte.
Stiftung Demokratiegeschichte: Multimediales Konzept
Sitz der Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte soll das geplante Haus der Demokratie in Frankfurt am Main sein. In direkter Nähe zur Paulskirche soll ein multimediales Besucherzentrum als Ort politischer Bildung entstehen. Auch in Weimar und Bonn sind regelmäßige Veranstaltungen geplant. Vorbild für das Projekt sind andere Zentren wie das Haus der Geschichte in Bonn oder das Haus der Demokratie und Menschenrechte in Berlin. Die in Frankfurt errichtete Stiftung soll Unternehmungen dieser Art vernetzen.
Zur Finanzierung erhält die Stadt Frankfurt vom Bund Gelder in Höhe von 300.000 Euro. Weitere Kosten für Personal oder Sachmittel werden vom Staat zunächst mit einer Million Euro bezuschusst, das Budget werde in den folgenden Jahren aber weiter erhöht, zitiert das Journal Frankfurt.
Debatte um die Gestaltung des Stiftungssitzes
Neben dem geplanten Haus der Demokratie soll die Frankfurter Paulskirche bis 2023 saniert werden. Die Fertigstellung fällt dann zusammen mit dem 175. Jahrestag der Paulskirchenversammlung. Durch die Beteiligung des Bundes an der Sanierung zeichnet sich jedoch eine Verzögerung ab. So will die Stadt die Kirche im vom Baumeister Rudolf Schwarz 1947/1948 geschaffenen Stil sanieren, während der Bund eine Gestaltung im Stil des 19. Jahrhunderts bevorzugt. Die Frankfurter Paulskirche gilt als eines der bedeutendsten Symbole für die Geschichte der deutschen Demokratie. Seit ihrer Zerstörung im zweiten Weltkrieg wurde sie nicht wieder originalgetreu wiederaufgebaut.
