Wer hat an der Uhr gedreht…

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Was auf den ersten Blick wie eine geringe Teilnahmequote erscheint, hatte in der Tat die Erwartungen vom Beratungsunternehmen PPCmetrics und SwissFoundations, die gemeinsam diese Untersuchung durchführten, übertroffen. Auch einer der Teilnehmer hob das „große Vertrauen im Netzwerk“ hervor, welches wohl herrsche, um solche intimen Antworten von Stiftungen zu erhalten. Das Ziel war es, Kosten und Rendite besser vergleichbar zu machen. Und das Ergebnis zeigte, dass die Renditen der an der Umfrage teilnehmenden Stiftungen im Jahr 2015 in der Tat sehr nahe beieinander gelegen haben, trotz unterschiedlichster Anlagestrategien mit Aktienanteilen von rund 20 bis beinahe 100%. Größere Unterschiede gab es bei der Gesamtkostenquote, was wohl auf die Vermögensgrößen und Mandatstypen zurückzuführen sei.

Die Erkenntnisse stießen bei den Teilnehmern auf großes Interesse. Vor allem, dass 55% in risikoreiche Anlagen investiert wurde, weit mehr als bei den Pensionskassen, sorgte für Gesprächsbedarf. Die Fragen und Kommentare zeigten: Der Wunsch nach detaillierteren und differenzierten Informationen ist groß. Was denn mit anderen Aspekten, wie zum Beispiel der Wirkung, sei. Auf die käme es doch gerade bei Stiftungen besonders an. Auch eine Segmentierung nach unterschiedlichen Vermögensgrößen wäre interessant gewesen, so einer der Teilnehmer.

Hierbei mussten die drei Referenten jedoch auf eine Fortsetzung der Studie vertrösten. Dieses Mal habe man sich einfach beschränken müssen, um den Fragebogen nicht zu überlasten, so Neubert. Wenngleich hochinteressant und ein Anfang, repräsentativ sind die Ergebnisse nicht. „Sie betreffen die 25 Stiftungen, c´est ça“, so Eckhardt. Man darf gespannt sein, wie es weiter geht.

Zeit dies abzuwarten, haben die meisten Stiftungen ja. Sind sie doch langfristig angelegt.

Stiftungssymposium
Beim Nachmittagspodium zum Thema „Stiftungen als Meister der Ausdauer“ stand die langfristige Wirkung von Stiftungen im Mittelpunkt (Von links: Andreas Kirchschläger, Elea Foundation, Lynda Mansson, MAVA Foundation, Ann-Veruschka Jurisch, Ernst Schmidheiny Stiftung, Kathleen Cravero-Kristoffersson, Oak Foundation). Foto: SwissFoundations

Stiftungen am Puls der Zeit
„Stiftungen als Meister der Ausdauer“ war dazu passend das Thema des Nachmittagspodiums, in welchem auf Englisch diskutiert wurde. Sind Familienstiftungen besonders gut dafür geeignet, ausdauernd zu wirken, war eine der ersten Fragen. Auf jeden Fall, so die einstimmige Meinung. Einer großen Familienvision zu folgen sei eine ungemeine Antriebskraft, so Kathleen Cravero-Kristofferson von der Oak Foundation. Die Herausforderung sei es nur, diese Kraft auch an Außenstehende zu vermitteln. Und wenn die Stiftung auf Zeit angelegt ist, wie die MAVA Foundation, welche 2022 aufgelöst werden soll? Das bedeute keinesfalls, dass die Wirkung nicht langfristig sein könne. Die Projekte würden so geplant, dass sie später andere Unterstützer fänden oder ganz selbstständig fortgeführt werden könnten, erklärt die Geschäftsführerin Lynda Mansson. Und wer, wie die Elea Foundation, vertreten durch Geschäftsführer Andreas Kirchschläger, unternehmerische Ideen bei den Ärmsten der Armen unterstützt, der strebt sowieso langfristige Wirkung an, beispielsweise durch Marktzugang und gute Löhne.