Die besondere Fähigkeit von Stiftungen, langfristig zu wirken, war auch das Thema eines Panels zu „Stiftungen am Puls der Zeit“. Und diese würde immer bedeutender, so die grundlegende Erkenntnis in der Runde. Christine Beerli, Vizepräsidentin des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes, sprach von einem „Wandel der Konflikte“, welche immer mehr Opfer in der Zivilgesellschaft forderten und immer länger andauerten. Hinzu käme, dass sich der Staat aus gewissen Gebieten zurückzöge, so Herbert Bühl von der Paul Schiller Stiftung. Zu den Aufgaben von Stiftungen zähle heutzutage deshalb durchaus auch, Impulse für die Diskussion über die Aufgaben des Staates zu geben.

Und wo genau fangen hierbei politisches Handeln und Einmischung an, welche Stiftungen doch meiden sollten? Provokannte Fragen wie diese, gestellt von Moderatorin Janine Händel (Roger Federer Foundation), heizten die Diskussion an. Die Antwort von Bühl: Es gehe keinesfalls darum, politische Lobbyarbeit zu betreiben oder politische Interessen zu vertreten. Und ja, der Kontakt zur Regierung könne für die humanitäre Arbeit wichtig sein, so Richard Brogle, CEO der Drosos Stiftung. Doch bei der Arbeit ginge es lediglich darum eine politische Vorbildfunktion einzunehmen und über Projekte zu zeigen, was zu tun ist. Best Practice Beispiele sozusagen.
Authentische Philanthropen
Einen weiteren grundlegenden Punkt sprach am Ende des Tages Andrea Jansen, freie Medienschaffende, Stiftungsrätin und Delegierte der Jansen Prime Steps Foundation, an: „Die Geschichten, die zu erzählen sind, sollten immer im Vordergrund stehen“. Ihre Stiftung fördert Projekte mit unternehmerischem Gedanken, die dann selbst weitergeführt werden sollen. Sie überzeugte Moderator Marc Gottschald und diejenigen Teilnehmer, die bis zum Ende geblieben waren, mit ihrer authentischen Art.
Und was macht einen Menschen zum authentischen Philanthropen? Mit der Aussage „Zeit ist das körperliche und gefühlte Selbst“, hatte der Psychologe und Humanbiologe Marc Wittmann in seiner spannenden Keynote schon zu Beginn des Tages die Verbindung zwischen Zeit und Sein hergestellt. Und laut Lukas von Orelli entscheidet „wem oder was wir Zeit schenken darüber, ob wir Philanthropen sind“.
Das nächste Stiftungssymposium wird am 7. Juni 2017 in Genf stattfinden.
