Der Transparenzbericht für Stiftungsfonds

Artikel anhören
Artikel zusammenfassen
LinkedIn
URL kopieren
E-Mail
Drucken

3. Fonds- und stiftungsspezifische Prüfungshandlungen
Im Transparenzbericht wird die Einhaltung der für den Anleger wesentlichen Anlagerichtlinien (abgeleitet aus dem Verkaufsprospekt) und fondsspezifischen Qualitätsrichtlinien (abgeleitet aus dem Anlagekonzept, dem Investmentprozess, den anlagespezifischen Qualitätsmerkmalen etc.) überprüft. Diese Prüfungshandlungen liefern konkrete Ergebnisse, so dass der Stiftungsvorstand alle notwendigen Informationen erhält, um einem wirkungsvollen Risikomanagement (Kontrolle und Überwachung) seiner Kapitalanlage nachkommen zu können. Die Prüfungshandlungen beziehen sich unter anderem auf die:

  • Überprüfung auf Einhaltung der Anlagerichtlinien
  • Überprüfung auf Einhaltung der Qualitätsrichtlinien
  • Überprüfung der Qualität der eingesetzten Anlageinstrumente
  • Überprüfung des Zweckes des Derivateeinsatzes
  • Überprüfung von Kosten und Gebühren
  • Analyse und Überprüfung der Rendite-Risikostruktur

 

Best Practice – so profitiert die Stiftung:

  • Praktikables Instrument zum Controlling durch einen unabhängigen sachverständigen Dritten
  • Fundierte Dokumentation über die aktive Umsetzung des Investment- und Risikomanagementkonzeptes des Stiftungsfonds
  • Hohe Transparenz der erbrachten Managementleistung
  • Nachweis und Dokumentation über die Einhaltung der Anlagerichtlinien
  • Objektive Auskunft über die Qualität und Funktionsweise der eingesetzten Produkte
  • Fundierte Entscheidungsgrundlage für ein internes Stiftungscontrolling

 

Wo nun diese drei Transparenzstränge einen Fonds förmlich durchsichtig machen, dürfen die mit dem Transparenzbericht verbundenen „Nachteile“ nicht verschwiegen werden. Jedoch ist für diese Aspekte der Ausdruck „Nachteil“ nicht ganz richtig, es sind eher Punkte, die das Pflichtenheft für eine Stiftung in der Analyse eines Fondskonstrukts erweitern. Stiftungen sollten sich einfach bewusst sein, dass mehr Informationen Entscheidungen nicht immer nur vereinfachen, sie eröffnen manchmal den Blick auf andere Ebenen und erschweren dadurch die einfache und schnelle Entscheidung. Das kann als Nachteil interpretiert werden, oder aber als Baustein eines für die professionelle Kapitalanlage notwendigen Prozesses.

Zu den „Nachteilen“ gehört:

  • der Zeitaufwand für die Verifizierung der neuen Informationsquelle
  • die Dokumentation möglicher „Fehlerquellen“ neben der Managementleistung, was das Fondsuniversum ggf. einschränkt
  • ein gesteigertes Diskussionsbedürfnis

 

Die Zukunft der Transparenz

Schlussendlich ist festzuhalten, dass der Transparenznachweis eine große Zukunft hat, denn die Nachfrage steigt. Immer mehr Vermögensverwalter begrüßen eine erweiterte Informationsstruktur und statten ihre Stiftungsfonds mit einem Transparenzbericht aus. Dieser sorgt für mehr Verständnis und Plausibilität und unterstützt Stiftungsanleger bei der Fondsanlage in ihren haftungsrechtlichen Verpflichtungen einer „regelmäßigen Überwachung und Kontrolle“. Denn nur wer die innere Qualität analysiert, kann sein Tun optimieren. Vermögensverwalter wissen, dass sie damit im Wettbewerb für sich punkten können.