24.07.2018 | Von Die Stiftung

Kettler-Rettung: Streit zwischen Kettler-Stiftung und GmbH

Im Ringen des Sport- und Freizeitartikelherstellers Kettler um eine Investorenlösung gibt es Streit mit der Kettler-Stiftung: Sie kritisiert fehlende Transparenz des möglichen Investors und stimmt daher nicht zu. Das Unternehmen hat nun Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt.

Kettler-Stiftung
Das Unternehmen, hier das Verwaltungsgebäude in Ense, musste bereits 2015 Insolvenz anmelden. Foto: Bubo, Parsit-Kettler1-Bubo, CC BY-SA 3.0

Rund 700 Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel, wenn die Rettung der Kettler GmbH nicht gelingt. Das durch das Kettcar bekannt gewordene Unternehmen aus dem nordrhein-westfälischen Ense steht das zweite Mal vor dem Aus, wie FINANCE berichtet. Eigentlich schien eine Lösung in Sicht: Der Investor Altera Capital habe Mittel in Millionenhöhe zugesagt, so der Westfälische Anzeiger, um den Sport- und Freizeitartikelhersteller zu retten. „Bereits am 14. Mai 2018 seien die Gesellschaftsanteile der Kettler GmbH in Ense an den Investor Altera Capital verkauft worden. Die Übernahme hätte bis Anfang Juli abgeschlossen sein sollen“, zitiert der Westfälische Anzeiger das Unternehmen. Doch die Kettler-Stiftung hat sich entschieden, dem Angebot nicht zuzustimmen.

Kettler-Stiftung hält Angebot für fragwürdig

Sie betrachtet es laut WDR als fragwürdig und bemängelt, dass die Mittel in Millionenhöhe im Verhandlungspapier nicht genau benannt worden seien –und damit unklar bleibe, wie viel der Investor tatsächlich einbringen werde. Der Betriebsrat habe die Entscheidung bedauert. „Alle übrigen Beteiligten seien einig gewesen, dass das Konzept des Investors stimmig sei.“ Die Kettler-Stiftung weist Kritik von sich und erklärt, „es habe nicht an ihr gelegen, dass die Verhandlungen mit dem Investor Altera Capital geplatzt sind.“ Nach WDR-Informationen verlangt die Finanzholding in Luxemburg und Zypern „von der Stiftung 17 Millionen Euro und die Rechte an der Marke Kettler – Gesamtwert: 40 Millionen Euro“.

Verfahren soll im Herbst abgeschlossen sein

„Allein die Heinz-Kettler-Stiftung, die noch zum Jahreswechsel 2018 über ein eigenes Angebot zur Übernahme des Unternehmens nachgedacht hatte, hat sich nicht zur Unterstützung des Angebotes des Investors entschieden“, zitiert der Westfälische Anzeiger aus einer Pressemitteilung. Vor diesem Hintergrund hat die Geschäftsführung der GmbH nun einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Dieser Schritt sei unumgänglich gewesen, so der Geschäftsführer Olaf Bierhof, der damit auch den Druck auf die Stiftung erhöht. „Das Verfahren soll im Herbst abgeschlossen sein, und bereits nach den Sommerferien will die Geschäftsführung die Pläne des Investors der Öffentlichkeit, Kunden und Partnern vorstellen“, so das Unternehmen.

Aktualisierung:
Altera Capital ist als möglicher Investor abgesprungen. Außerdem macht der Unternehmer Ulrich Bettermann dem Kuratoriumsvorsitzenden Manfred Sauer den Vorwurf, sich an der Heinz-Kettler-Stiftung bereichert zu haben.

Weiterführende Links:
de.kettler.net

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