Wer hat an der Uhr gedreht…

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Bunt gefüllt waren die Stunden des 15. Schweizer Stiftungssymposiums von SwissFoundations. Ein vielfältiges Programm und 340 Teilnehmer sorgten für einen abwechslungsreichen Tag im Kongresshaus in Biel. „Zeit als Kapital für Förderstiftungen“ war dabei das Motto, die neuesten Entwicklungen im Sektor immer wieder Thema.
Von Martina Benz

 

Stiftungen sind wie Lupen und Sonnenstrahlen: Sie bündeln Zeit und Geld für einen guten Zweck. Schon bei den Begrüssungsworten Lukas von Orellis zum diesjährigen Schweizer Stiftungssymposium in Biel wurde die Bedeutsamkeit stifterischen Wirkens in den Vordergrund gestellt. Der Präsident vom veranstaltenden Verband Schweizer Förderstiftungen, SwissFoundations, betonte, wie wichtig es deshalb sei, die Stiftungslandschaft der Schweiz weiter liberal zu halten.

Stiftungssymposium
Lukas von Orelli, designierter Präsident von SwissFoundations und Geschäftsführer der Velux Stiftung, sprach einige begrüßende Worte vor einem gut besetzten Saal. Foto: SwissFoundations

Dass der Gesetzentwurf zur Neuorganisation der Eidgenössischen Stiftungsaufsicht vom 2. März diesen Jahres hierbei möglicherweise nicht die gewünschten Veränderungen bringen wird, durften die Teilnehmer vom Leiter des Zentrums für Stiftungsrecht an der Universität Zürich, Prof. Dr. Dominique Jakob, erfahren. Die Stiftungsaufsicht ist aus der zentralen Bundesverwaltung ausgegliedert worden, was laut Jakob erstmal in Ordnung sei, jedoch sei das Aufsichtsrecht inhaltlich nicht wirklich geändert worden. Artikel zwei bis sechs, in welchen es unter anderem um Ziele, Aufgaben und Kompetenzen der Aufsicht, die Regelung des Aufsichtsrechtes, die Pflichten der Stiftungen und den Informationsaustausch zwischen Aufsicht und Behörden geht, seien „bestenfalls überflüssig, eventuell sogar schädlich“. Zustimmung aus dem Publikum. Die Präzisierung sei fraglich und sorge eher für eine Erhöhung der Regelungsdichte und eine Neuschaffung von Unklarheiten, so Jakob.

Der Paradigmenwechsel im Bereich Familien- und kirchliche Stiftungen, welche neuerdings im Handelsregister eingetragen werden müssen, um zu entstehen, die Parlamentarische Initiative zur Stärkung des Stiftungsstandortes Schweiz, zu welcher die Rechtskommission des Nationalrates bislang immer noch keinen Entscheid gefällt hat, und die Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung waren weitere Themen.

Stiftungssymposium
Sowohl am Vor- als auch am Nachmittag wurden bei sogenannten „Ateliers“ Vorträge zu unterschiedlichen Themen gehalten, jeweils mit anschließender Diskussionsrunde. Foto: SwissFoundations

Exklusive Einblicke
Neben der aktuellen rechtlichen Situation, kamen auf der Veranstaltung aber auch finanzielle Entwicklungen nicht zu kurz. Exklusive Einblicke in die Anlagerenditen und Vermögensverwaltungsgebühren von Stiftungen boten Lukas von Orelli (SwissFoundations) und Dr. Luzius Neubert (PPCmetrics AG) gemeinsam mit Beate Eckhardt (SwissFoundations) den Besuchern bei einem von vier sogenannten Nachmittagsateliers, Vortragsveranstaltungen mit anschliessender Diskussion. Die Erkenntnisse basierten auf einer Umfrage, an welcher 25 SwissFoundation Mitglieder mit einem Gesamtvermögen von 1,6 Mrd CHF teilgenommen hatten.